Daimler-Chrysler: Klage zugelassen

- Stuttgart - Der drei Milliarden Dollar schweren Betrugsklage gegen Daimler-Chrysler ist vom zuständigen US-Gericht stattgegeben worden. Das Unternehmen ist mit seinem Antrag gescheitert, das Verfahren ohne Verhandlung zu beenden, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg. Der Autobauer muss sich somit vom 1. Dezember an wegen angeblicher Täuschung von Aktionären im Zusammenhang mit der Fusion von Daimler und Chrysler vor Gericht verantworten, so Bloomberg weiter. Daimler-Chrysler erklärte, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage.

<P>Die Klage wurde von dem Großaktionar Kirk Kerkorian eingereicht, der Daimler-Chrysler beschuldigt, die Investoren über die Art der Fusion belogen zu haben. Sie sei anders als vom Unternehmen behauptet kein Zusammenschluss unter Gleichen sondern eine Übernahme von Chrysler durch Daimler gewesen. Kerkorian, der vor der Fusion im Jahr 1998 fast 14 Prozent der Chrysler-Anteile hielt, soll auf Grund massiver Aktienkurs-Verluste seit dem Zusammenschluss drei Milliarden Dollar verloren haben. Diese Summe fordert er von Daimler-Chrysler als Schadensersatz.</P><P>Es gebe genügend Beweise dafür, dass Kerkorian zurecht an eine Fusion unter Gleichen geglaubt und nur deshalb dem Zusammenschluss zugestimmt habe, heiße es in der 38-seitigen Urteilsbegründung. Die Unternehmensführung "habe eine groß angelegte Kommunikationskampagne gestartet, um ihr Vorhaben zu verschleiern, die Kontrolle über Chrysler zu übernehmen", wird das Gericht zitiert.</P><P>Ende 2000 jedoch hatte der Daimler-Chrysler-Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp zugegeben, dass die Fusion von Beginn an als Übernahme geplant wurde.<BR></P>

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