DaimlerChrysler: Verhandlungen gehen in neue Runde

- Stuttgart - Die Verhandlungen um das millionenschwere Sparpaket bei DaimlerChrysler gehen heute in eine neue Runde. Nachdem die Gespräche zwischen Vorstand, Betriebsrat und IG Metall ergebnislos unterbrochen worden waren, wollen sich die Verhandlungsparteien am Vormittag in kleinerer Runde erneut zusammensetzen.

<P>Trotz der offenkundigen Schwierigkeiten setzen beide Seiten weiter auf einen Kompromiss. "Wir müssen auf jeden Fall weiter versuchen, eine Lösung zu finden", sagte ein Mitglied des Betriebsrats in der Nacht.</P><P>Am Mittwoch hatten sich die Verhandlungsparteien noch zuversichtlich gezeigt, zu einer Einigung zu kommen. Bereits am Abend erklärte dann aber ein Konzernsprecher, ein schnelles Ende der Gespräche ein nicht in Sicht. Von Seiten der IG Metall und des Betriebsrates hieß es in der Nacht, viele umstrittene Punkte seien weiter offen.</P><P>Dabei gehe es unter anderem um für Baden-Württemberg typische Sonderregelungen wie die "Steinkühler-Pause" von fünf Minuten pro Stunde oder Spätzuschläge bereits von 12.00 Uhr an. Auch über die für 2005 geplante Einführung des so genannten Entgeltrahmen- Tarifvertrages (ERA), der für tarfiliche Gleichstellung von Angestellten und Arbeitern sorgen sollte, sei gesprochen worden. Die Arbeitnehmerseite wäre hier zu Zugeständnissen bereit gewesen, allerdings nicht in der vom Vorstand geforderten Höhe.</P><P>Der Konzernvorstand verlangt von den Beschäftigten im DaimlerChrysler-Werk eine Senkung der Arbeitskosten um 500 Millionen Euro. Andernfalls müsste die Produktion der neuen C-Klasse und ihrer Varianten vor allem ins Werk Bremen verlagert werden. Dann droht in der Mercedes-Produktion von Sindelfingen der Abbau von 6000 der über 30 000 Stellen.</P><P>Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hatte an die Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner beim Streit um Kostensenkungen bei DaimlerChrysler appelliert. In der jüngsten Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit" schrieb Teufel in einem Beitrag: "Als Landesregierung setzen wir auf die Verantwortungspartnerschaft zwischen Unternehmensführung und Belegschaft. Im Streit würden beide Seiten mehr verlieren als gewinnen, ein Konflikt nutzt niemandem." Werde kein Kompromiss gefunden, nehme nicht nur das Unternehmen, sondern auch das Land einen erheblichen Schaden.</P><P>Betriebsrat und IG Metall hatten sich zu Zugeständnissen bereit erklärt, an den tariflich vereinbarten Arbeitspausen und Schichtzuschläge wollten sie Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm zufolge jedoch festhalten. Einschnitte wollte der Betriebsrat nur zugestehen, wenn der Vorstand für die betroffenen Mercedes-Werke eine Standortgarantie bis zum Jahr 2012 gibt.</P>

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