Daimler-Manager unter Verdacht

- München/Stuttgart - Zwei ranghohe Vertriebsmanager von Daimler-Chrysler sind wegen Unregelmäßigkeiten entlassen worden. Sie mussten ihre Schreibtische in Berlin und Hamburg sofort räumen. Eine Konzernsprecherin sagte, es hätte anonyme Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben, denen die Konzernrevision nachgehe. Auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart sei mit dem Fall befasst. Einzelheiten wurden nicht genannt. Angeblich gehe es um Untreue.

Einer der beiden Manager ist Jürgen Fahr, früher auch in München tätig und inzwischen Mitglied der Geschäftsleitung der Daimler-Chrysler Vertriebsorganisation Deutschland (DCVD) mit Sitz in Berlin. Fahr war dort für den Vertrieb von Mercedes-Benz-Pkw und Maybach verantwortlich. Der andere Automanager ist Walter Missing, bislang Leiter der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg.<BR><BR>Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang zwischen den aktuellen Fällen und der Neubesetzung der Spitze der DCVD. Anfang Dezember hatte Deutschland-Vertriebschef Eckhard Panka seinen Schreibtisch räumen müssen. Nach Medienberichten soll er Ressourcen des Autokonzerns für private Zwecke, etwa für Immobilien auf Mallorca, genutzt haben. Nach Angaben des "Hamburger Abendblatts" pflegte Fahr eine langjährige Freundschaft mit Panka. Beide seien häufig zu Fußballspielen des FC Bayern ins Olympiastadion gegangen. Panka sei zeitweise mit Fahrs Ex-Frau liiert gewesen.<BR><BR>Nachfolger von Panka wurde Christoph Köpke, der zuvor Daimler-Chrysler Südafrika leitete. Köpke informierte die Berliner Mitarbeiter in dieser Woche, dass Fahr und Missing das Haus bereits verlassen hätten. Die "Berliner Morgenpost" berichtete, dass die beiden Manager Schlüssel, Dienstwagen und Mobiltelefon abgeben mussten und von Angehörigen des firmeneigenen Sicherheitsdienstes aus dem Gebäude gebracht worden seien. Sie wären mit einem Hausverbot belegt worden.<BR><BR>Im Fall Fahrs gehe es dem Vernehmen nach um "Immobilien und Einrichtungsgegenstände", wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet. Im Konzern rechne man damit, dass die Affäre um die Führungskräfte weitere personelle Konsequenzen nach sich ziehen werde. "Das ist für Daimler-Chrysler ein Super-Gau", wird ein ranghoher Manager zitiert.

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