Dallmayr: Kaffee bleibt weiterhin günstig

- München - Wolfgang Wille kann seinen Kaffee wieder genießen. Der Gesellschafter des Delikatess- und Kaffeehauses Dallmayr in München ist mit dem Geschäftsjahr 2006 zufrieden: Der Absatz mit Markenröstkaffee stieg um 13 Prozent und es wurde ein Umsatz von 320 Millionen Euro erwirtschaftet - das sind 10 Prozent mehr als 2005.

"2005 war ein schlechtes Jahr für den Kaffeemarkt", erinnert sich Wolfgang Wille. Der Gesamtmarkt ging um sechs Prozent zurück. Daher ist Wille froh, dass der Absatzrückgang letztes Jahr wieder aufgeholt werden konnte: Das Familienunternehmen hat Studien zufolge einen Anteil von acht Prozent am deutschen Röstkaffeemarkt und ist damit viertgrößter Anbieter von Markenkaffee in Deutschland.

Diesen Erfolg führt Wille zum einen auf die ausgezeichnete Aufnahme der Espresso-Marke Crema d‘Oro zurück. Die Kunden hätten verstanden, dass "der Kaffee nicht in Italien wächst". Trotz des Imagevorteils der Nachbarn jenseits der Alpen sei Dallmayr auf Platz eins - bezogen auf die Einzelmarke. Zum anderen konnte das Traditionsunternehmen gerade noch auf den neuesten Trend aufspringen: Die Einzelportionen, sogenannte Pads, sind schon seit langem stark im Kommen. Dallmayr hat es letztes Jahr geschafft, bei dem zwar kleinen, aber stark wachsenden Segment mit 6,7 Prozent einen höheren Anteil als der Gesamtmarkt zu erzielen. Dieser lag bei 4,3 Prozent. Die Weichen für den Erfolg wurden durch eine Entscheidung der höchsten Instanz des EU-Patentamts 2006 gestellt: Danach hat der deutsche Anbieter Senseo keinen Patentanspruch. Senseo hatte schon mehrere Nachahmer verklagt.

Im laufenden Jahr stehen die Margen durch eine Verteuerung der Rohstoffe allerdings unter Druck. Da der Markt "sehr eng" ist, sieht Wille jedoch "keine Chance für eine Preiserhöhung, obwohl wir eine bräuchten".

Wie das Jahr 2005 zeigte, schlägt das Pendel bei gestiegenen Preisen zugunsten der Billig-Anbieter aus. Dabei sei Kaffee mit 5 Cent pro Tasse eines der billigsten Getränke. "Und ein Jungbrunnen obendrein", wie Wille meinte. Bei einem Arzneimittel, das gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit hilft und auch noch Krebs vermeidet, würden die Aktienkurse in die Höhe steigen, meint Vertriebsleiter Johannes Dengler. Diese Arznei sei Kaffee.

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