Damit der Wille des Patienten im Notfall auch gefunden wird

- Eine Horrorvorstellung nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung: Ans Krankenbett gefesselt und nicht mehr in der Lage zu sein, seinen Willen zu äußern. Die Ärzte werden versuchen, den Patienten mit all ihrer Kunst und Apparaten am Leben zu halten. Wer im Endstadium einer tödlichen Krankheit oder nach irreversiblen Hirnschädigungen keine Dialyse, künstliche Beatmung oder Ernährung wünscht, muss dies in einer sogenannten Patientenverfügung festlegen.

Eine solche ist freilich nur dann hilfreich, wenn sie im Notfall auch rechtzeitig aufgefunden wird. Um das zu gewährleisten, gibt es mehrere zuverlässige Möglichkeiten. Die Patientenverfügung soll eindeutig formuliert werden. Mit allgemeinen Aussagen, wie "Ich möchte in Würde sterben" können Medizinern nichts anfangen, schreibt "Finanztest" in seiner neuesten Ausgabe.

Daher empfiehlt es sich, vor dem Abfassen seinen Arzt zu befragen. Angehörige oder Freunde sollten informiert werden, wo die Verfügung aufbewahrt wird, und in der Brieftasche ein Hinweis darauf mitgeführt werden. Es gibt noch verschiedene Stellen, bei denen eine Patientenverfügung hinterlegt werden kann; und die auch Hilfe beim Schreiben derselben anbieten. Vor allem für Alleinstehende ist es laut "Finanztest" sinnvoll, die Verfügung zentral registrieren zu lassen.

Deutsche Hospiz Stiftung

Die Deutsche Hospiz Stiftung archiviert für Mitglieder Patientenverfügungen im Original oder in Kopie und Vorsorgevollmachten. Der Jahresbeitrag beträgt 36 Euro, für Ehepaare pro Person 30 Euro. Zugriff haben die in der Verfügung genannten Personen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Vormundschaftsgerichte.

Adresse: Deutsche Hospiz Stiftung, Europaplatz 7, 44269 Dortmund, Telefon: 02 31 / 73 80 73-0, www.hospize.de

Deutsches Rotes Kreuz

Für einmal 60 Euro bewahrt das DRK Patientenverfügungen, Vorsorge- und Betreuungsvollmachten im Original auf. Der Patient erhält eine Ausweiskarte, anhand der Ärzte und Richter im Notfall sehen können, welche Art von Verfügung vorliegt. Diese können rund um die Uhr mithilfe der Karte im Zentralarchiv angefordert werden. Aktualisierungen sind kostenlos.

Zentralarchiv des DRK Mainz, Altenauergasse 1, 55116 Mainz, Tel.: 0 61 31/22 11 17, www.drkmainz.org

Humanistischer Verband Deutschlands

Der Humanistische Verband archiviert Patientenverfügungen und Vorsorge-vollmachten im Original. Nutzer erhalten eine Hinweiskarte, damit im Notfall das Dokument schnell gefunden werden kann. Der Service kostet für Nichtmitglieder einen Euro im Monat, die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Der Humanistische Verband hilft für 96 Euro auch beim individuellen Verfassen einer Verfügung. Alle zwei Jahre kann der Kunde die Verfügungen kostenlos aktualisieren.

Adresse: Humanistischer Verband Deutschlands, Wallstraße 65, 10179 Berlin, Tel.: 030/61 39 04 11, www.patientenverfuegung.de

Bundesnotarkammer Die Bundesnotarkammer registriert nur, dass eine Patientenverfügung immer zusammen mit einer Vorsorgevollmacht existiert, und stellt diese Information Gerichten zur Verfügung. Um die Aufbewahrung des Dokuments muss sich der Verfasser selbst kümmern. Der Eintrag per Internet kostet 15,50 Euro, per Lastschrift beträgt die Gebühr nur 13 Euro. Bundesnotarkammer, Zentrales Vorsorgeregister, Postfach 08 01 51, 10001 Berlin, Tel.: 01 805/35 50 50, www.vorsorgeregister.de

Verfügungsdatenbank

Bei der Deutschen Verfügungszentrale werden Vorsorgedokumente im Original archiviert und in einer Onlinedatenbank hinterlegt. Gerichte und Krankenhäuser haben Zugriff auf diese Dokumente. Der Verfasser erhält einen Notfallausweis. Die Aufnahmegebühr beträgt 10 Euro, dazu kommen 8,50 Euro pro Quartal. Aktualisierungen sind kostenlos.

Deutsche Verfügungszentrale AG, Königstraße 5 a, 01097 Dresden, Telefon: 03 51/8 11 74 44, www.dvzag.de

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