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Verkaufsschlager: Die Abwrackprämie lässt die Herzen der Autoindustrie (und der Händler) höhrer schlagen.

Trotz Krise: Auto-Industrie will 2009 drei Millionen Autos verkaufen

Berlin - Die Abwrackprämie beflügelt den Automarkt: Die Industrie will im Krisenjahr 2009 mehr als drei Millionen Neuwagen in Deutschland absetzen. Viele Spediteure stehen indes vor dem Aus.

“Ich glaube, dass die Chance da ist, dass wir die Drei-Millionen-Grenze knacken können“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Mittwoch in Berlin. 2008 waren es knapp über drei Millionen. Die staatliche Abwrackprämie von 2500 Euro - bisher wurden knapp 113 000 Anträge gestellt - sei eine “gute Brücke“, bis die weltweite Auto-Nachfrage vielleicht 2010/11 wieder anspringe.

Von der Prämie profitierten nicht nur ausländische Kleinwagenbauer. Bei den deutschen Herstellern sei in den vergangenen drei Wochen der Auftragseingang um 100 000 Autos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Gut sei es für Volkswagen, Ford und Opel gelaufen. Die Prämie alleine könne die Branche aber nicht retten. “2009 wird das schwierigste Jahr, was die Autoindustrie seit dem Zweiten Weltkrieg durchlebt“, sagte Wissmann.

Er sprach sich grundsätzlich gegen massive Staatshilfen in der Industrie aus. “Es gibt aus der deutschen Automobilindustrie keinen generellen Ruf nach Staatsbeteiligungen.“ Zur Situation einzelner Unternehmen wie Schaeffler und Opel, die Hilfen von Bund und Ländern fordern, wollte sich Wissmann nicht äußern.

Besonders heftig trifft die Weltwirtschaftskrise die Nutzfahrzeug- Hersteller. Bei manchen Anbietern gebe es mehr Abbestellungen als Aufträge, erklärte der VDA. Die Lage werde durch die Not vieler Speditionen verschärft, die um ihre Existenz fürchteten und keine neuen Lastwagen orderten. “Bis zum Sommer werden einige tausend Speditionen an der Existenzgrenze stehen oder in Insolvenzgefahr geraten. Ich übertreibe nicht“, sagte Wissmann.

Um die Speditionen zu entlasten, forderte der VDA Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf, die Erhöhung der Lkw-Maut für ein bis zwei Jahre auszusetzen. Die Maut war zu Jahresbeginn von 13,5 auf 16,3 Cent je Kilometer gestiegen. Das Ministerium bleibt hart: “Es gibt für uns derzeit keinen Grund, von der jetzigen Regelung abzuweichen.“ Die Sorgen der Branche würden ernst genommen und geprüft.

Wissmann begrüßte Signale aus Frankreich über einen Rückzieher bei den Schutzregeln für die heimische Autoindustrie. Die Klausel, dass Firmen für die Laufzeit zinsgünstiger Staatskredite kein Werk in Frankreich schließen dürfen, soll gestrichen werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es noch nicht. “Wir hoffen, dass die französische Regierung jetzt zurückrudert“, sagte Wissmann. Deutsche Zulieferer exportierten pro Jahr Autoteile im Wert von 4,5 Milliarden Euro nach Frankreich. Die Abschottung nationaler Märkte wäre “ein schweres Eigentor“.

mm/dpa

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