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Die deutsche Autoindustrie hat mit Staatshilfe die Krise gut überstanden.

Autoindustrie hat Krise gut überstanden

Hamburg - Die deutsche Autoindustrie ist viel besser durch das Jahr 2009 gekommen, als die Manager vor genau einem Jahr befürchteten.

Volkswagen steuert auf ein Rekordjahr zu, BMW verdient trotz Krise Geld, und Daimler hat nach Milliardenverlusten mit einem Spar-Kraftakt das Blatt gewendet und fährt wieder aufwärts. Nur für den vierten unabhängigen deutschen Autobauer Porsche geht das Jahr bitter zu Ende: Der ruhmreiche Sportwagenbauer wird in den VW-Konzern eingegliedert. Allerdings haben die Konzerne die Weltkrise weniger aus eigener Kraft bewältigt, sondern mit massiger Staatshilfe.

Beispiel Abwrackprämie: Die Bundesregierung nahm 5 Milliarden Euro in die Hand, um das Abwracken von alten Autos und den Neukauf zu subventionieren, mit 2.500 Euro pro Wagen. Rein statistisch gesehen sind das zwei Millionen neue Autos. Beispiel Kurzarbeitergeld: Die Bundesregierung verlängerte die Einsatzmöglichkeit von Kurzarbeitergeld, was der Industrie hohe Restrukturierungskosten ersparte, die bei Massenentlassungen angefallen wären. Beispiel Ausland: Frankreich, China oder die USA haben ebenfalls den Autoabsatz staatlich angefeuert.

Inlandsmarkt auf höchstem Stand seit sieben Jahren

Insgesamt wurden in den ersten elf Monaten in Westeuropa 12,6 Millionen Autos verkauft, 1 Prozent weniger als im Vorjahr. In China stieg die Zahl der Neuzulassungen um 44 Prozent auf 7,4 Millionen Fahrzeuge, auch Indien und Brasilien wuchsen kräftig. Der gesamte Weltmarkt wird nach Industrieschätzungen ein Minus von nur 5 Prozent im Jahr 2009 zeigen, vor allem wegen tiefer Einbrüche in den USA und Osteuropa. Der deutsche Heimatmarkt steuert sogar auf ein Sieben-Jahres-Hoch zu: 3,8 Millionen Fahrzeuge sollen es werden, zuletzt gab es mit 3,76 Millionen im Jahr 2002 so starke Autoverkäufe. Allerdings hat der VW-Konzern mit seinen billigeren Marken davon deutlich mehr profitiert als BMW und Mercedes.

Überhaupt VW: Die Wolfsburger sind die großen Gewinner des Autojahres 2009. Die drohende Übernahme durch Porsche wurde mit Hilfe der Finanzkrise gedreht. Porsche musste wegen Überschuldung klein beigeben, von VW vor der Pleite gerettet werden und findet sich nun neben Seat und Skoda als Marke Nummer 10 in Wolfsburg wieder. Beim Absatz steuert Volkswagen auf einen Rekord noch über dem bisher besten Jahr 2008 mit 6,27 Millionen Autos zu. Und zum Jahresabschluss kaufte VW sich beim japanischen Kleinwagenkonzern Suzuki ein.

BMW und Daimler taten sich 2009 deutlich schwerer. Kurzarbeit und Sparpolitik prägten das Bild bei den beiden Luxusautobauern. Daimler machte Milliardenverluste, während BMW noch einen kleinen Gewinn herausholte. Jetzt spekulieren beide Konzerne auf ein Anziehen der Weltwirtschaft und damit auf die Rückkehr der Firmenkunden bei den Dienstwagen. Viele Manager verschoben in der Krise den Kauf von noblen Limousinen.

Händler in Gefahr

Für 2010 gehen die Vorhersagen weit auseinander. Nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA dürfte der Weltmarkt um 1 bis 3 Prozent zulegen. In Deutschland aber werden die Neuzulassungen wohl schwer einbrechen. Nur noch 2,75 bis 3 Millionen Pkw dürften neu angemeldet werden, erwartet der Verband, eine Million weniger als 2009.

Grund sind die vorgezogenen Käufe durch die Abwrackprämie. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet für Händler und die meisten Hersteller schon ein katastrophales Jahr. “Das Jahr 2010 wird grausam“, erklärte er. Nach seiner Analyse müssen bis zu 4.000 Händler aufgeben. Bei den deutschen Herstellern werde vor allem VW leiden, minus 30 Prozent sagt Dudenhöffer den Wolfsburgern voraus.

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