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Durch die Lehman-Brothers-Pleite Geschädigte demonstrieren am Donnerstag (28.05.2009) in Düsseldorf.

Darauf können Lehman-Opfer hoffen

Ein Urteil des Hamburger Landgerichts hat vielen Sparern, die mit Zertifikaten der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers Geld verloren haben, Hoffnung gegeben. Wir erklären, was die Entscheidung bedeutet.

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) muss dem 64 Jahre alten früheren Lehrer Bernd Krupsky den vollen Schaden ersetzen, den dieser mit Lehman-Zertifikaten erlitten hat, entschied das Hamburger Landgericht am Dienstag.

Der Kläger hatte Zertifikate im Wert von 10 000 Euro erstanden, die seit der Lehman-Pleite im September 2008 faktisch wertlos sind. Viele andere Betroffene hoffen nun auch auf Entschädigung. Experten sehen dafür Chancen.

-Warum hat das Gericht dem Anleger Recht gegeben?

 Dem Urteil zufolge hätte die Hamburger Sparkasse den Anleger informieren müssen, dass die Anlage nicht vom deutschen Einlagensicherungsfonds geschützt ist (Aktenzeichen: 310 O 4/09). Außerdem hätte die Bank klarmachen müssen, dass sie selbst ein Gewinninteresse am Verkauf der Zertifikate hatte. Nach Ansicht des Landgerichtes darf „dem um Beratung nachsuchenden Bankkunden ein wirtschaftliches Eigeninteresse der Bank nicht verschwiegen werden“.

-Gilt dieses Urteil auch für andere Lehman-Geschädigte?

Es handelt sich um eine Einzelfallentscheidung und grundsätzlich ist jeder Fall individuell zu betrachten. Zudem kündigte die Hamburger Sparkasse Berufung beim Oberlandesgericht an. Obwohl das Urteil also noch nicht rechtskräftig ist, sehen Verbraucher- und Aktionärsschützer darin einen Durchbruch für weitere Auseinandersetzungen von geschädigten Anlegern mit ihren Banken: „Die Entscheidung hat Signalwirkung und bedeutet Rückenwind für alle Lehman-Opfer“, sagte Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sprach von einem wegweisenden Urteil. „Damit hat zum ersten Mal ein Landgericht im Fall Lehman ein klares Urteil zugunsten der Verbraucher gesprochen.“ In der aktuellen Rechtsprechung werde eine klare Tendenz zur Stärkung der Anleger- und Verbraucherrechte deutlich.

-Gibt es weitere Urteile zum Fall Lehman?

Ende vergangenen Jahres hatte bereits ein Rentnerehepaar in Frankfurt wegen der Lehman-Zertifikate geklagt, allerdings erfolglos. Das Paar hatte argumentiert, die Sparkasse Frankfurt habe sie nicht ausreichend auf mögliche Risiken hingewiesen. Das Landgericht Frankfurt wies die Klage ab.

-Was sollten Betroffene tun?

Verbraucherschützer Hörmann rät, sich „schon jetzt erneut an ihre Bank oder Sparkasse zu wenden und auf Entschädigung zu pochen“. Die Hamburger Sparkasse hatte bereits freiwillig 9,5 Millionen Euro an 1000 Käufer von Lehman-Zertifikaten gezahlt. Auch einige Volksbanken und die Frankfurter Sparkasse ersetzten in bestimmten Fällen aus Kulanz zumindest teilweise den Schaden. Die Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten riet Betroffenen aber, vermeintlich großzügige Kulanzangebote der Banken kritisch zu prüfen und den Rechtsweg in Betracht zu ziehen. Denn statt eines vollständigen Schadensersatzes zuzüglich des entgangenen Zinsgewinns sowie der Anwalts- und Gerichtskosten zahlten die Banken nur einen Bruchteil dieser Summe als Kulanzleistung aus.

-Warum bekommen Sparer bei der isländischen Kaupthing-Bank ihr Geld automatisch zurück?

Während die Anleger bei der isländischen Kaupthing-Bank Spareinlagen (etwa Tagesgeld) tätigten, die der (isländischen) Einlagensicherung unterliegen, ist der Fall Lehman völlig anders gelagert. Hierbei handelt es sich um Zertifikate, die ebenso wie Anleihen nicht von der Einlagensicherung geschützt sind.

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