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Hartz IV: Steigende Stromkosten - So kann das Jobcenter bei Nachzahlungen helfen

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Von: Patricia Huber

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Eine Verteilersteckdose mit leuchtendem Schalter.
Hartz-IV-Empfänger stehen oft vor einem großen Problem, wenn der Stromanbieter eine Nachzahlung fordert. © Florian Gaertner/Imago Images

Hartz-IV-Empfänger müssen ihre Stromkosten vom ohnehin schon niedrigen Regelsatz bezahlen. Bei einer Nachzahlung kann jedoch das Jobcenter Abhilfe schaffen.

München - Für Hartz-IV-Empfänger werden in der Regel die Kosten für Miete und Heizung übernommen, sofern diese die „Angemessenheitsgrenze“ nicht überschreiten. Was das Jobcenter jedoch nicht übernimmt, sind die Stromkosten. Diese müssen vom Regelsatz beglichen werden und sind dort auch mit eingeplant.

Hartz-IV-Regelsatz soll Stromkosten abdecken

Aktuell beträgt der Hartz-IV-Regelsatz für Alleinstehende 449 Euro. 8,48 Prozent davon sieht der Gesetzgeber für „Energie und Wohninstandhaltung“ vor. Monatlich ergibt das also 38,07 Euro. Laut dem Vergleichsportal Check24.de zahlte ein Einpersonenhaushalt in Berlin im März 48,03 Euro pro Monat in der Grundversorgung. Also knapp zehn Euro mehr, als der Hartz-IV-Satz einplant. In anderen Städten und Tarifen können die Kosten sogar noch deutlich höher ausfallen. Zudem muss bedacht werden, dass mit den 38,07 Euro auch noch die Instandhaltung der Wohnung abgedeckt sein sollte.

Bereits im Jahr 2020 kritisierte der Paritätische Gesamtverband, dass die Stromkosten durch den ohnehin zu niedrigen Regelsatz gedeckt werden müssen. Seitdem ist der Strompreis jedoch rasant gestiegen. Ein einmaliger 100-Euro-Zuschuss* soll laut Ampel-Koalitionen nun Sozialhilfeempfänger entlasten. Doch das dürfte keine dauerhafte Lösung sein.

Hartz IV: Drohende Stromsperre - Das können Bezieher tun

Denn immer häufiger drohen Hartz-IV-Empfängern Stromkostennachzahlungen. Doch die können meist nicht einfach so bezahlt werden. Im schlimmsten Fall droht dann sogar eine Stromsperre durch den Anbieter. Um das zu verhindern, können Betroffene beim Stromanbieter eine Ratenzahlung beantragen. Stimmt dieser jedoch nicht zu, bleibt nur noch ein Darlehen beim Jobcenter.

Nach Paragraph 42 aus dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) darf das Jobcenter ein Darlehen erbringen, sofern ein Bedarf weder durch Vermögen, noch auf andere Weise gedeckt werden kann. Aber Achtung: Ab dem nächsten Monat werden dann immer zehn Prozent des Regelbedarfs einbehalten, bis das Darlehen getilgt wurde. (ph) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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