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Texas kämpft weiter mit den Folgen des Tropensturms "Harvey".

Laut Analysten

Darum könnte "Harvey" zu einem der teuersten Stürme der US-Geschichte werden

Kaum hat sich das Hochwasser im US-Bundesstaat Texas etwas zurückgezogen, zeigt sich womöglich das wahre Ausmaß der Katastrophe. 

Nachdem sich das Hochwasser im US-Bundesstaat Texas weiter zurückgezogen hat, werden dort die Zerstörungen des Sturms "Harvey" immer deutlicher. Gleich mehrere Finanzanalysten haben Hochrechnungen zu den möglichen Kosten des Hurrikans veröffentlicht. Wenn sich ihre Schätzungen bewahrheiten, könnte "Harvey" zu einem der teuersten Stürme in der US-Geschichte werden - und weite Teile der Bevölkerung von Texas wegen fehlender Versicherungen in den Ruin treiben. 

Wie teuer wird die Behebung der Schäden durch "Harvey"? 

Zahlen für die gesamten USA gibt es noch nicht. Schätzungen für den US-Bundesstaat Texas variieren stark. Der Gouverneur von Texas, Reg Abgott, rechnet mit Kosten von weit über 125 Milliarden US-Dollar (etwa 105 Milliarden Euro). Das Center fror Desaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) rechnet in Texas mit Schäden in Höhe von 58 Milliarden Dollar (49 Milliarden Euro). Demnach wäre "Harvey" die neunt-teuerste Naturkatastrophe der Welt. Den Wissenschaftlern zufolge könnten die Schäden zwischen 41 Milliarden Dollar und 80 Milliarden Dollar variieren. 

Was bedeuten die Sturmschäden für die US-Wirtschaft? 

Der Bundesstaat Texas macht mit einer jährlichen Wirtschaftsleistung von 1,6 Billionen Dollar rund neun Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Erdölverarbeitende Unternehmen tragen wesentlich zu den Umsätzen in dem Staat bei. Doch "Harvey" zwang viele Förderplattformen und Raffinerien im Golf von Mexiko zur Schließung. Goldman Sachs rechnet allein durch die Verluste im Energiesektor mit Einbrüchen in der Wirtschaftsleistung des ganzen Landes. Laut der US-Investmentbank könnten die Verluste in der Energiewirtschaft im zweiten Quartal des Jahres das BIP der USA mit einem Minus von 0,2 Prozent belasten.

 Wie ist die Bevölkerung gegen Sturmschäden abgesichert? 

Nach Angaben des US-Insurance Information Institute waren 2016 landesweit nur zwölf Prozent der Hausbesitzer in US-Überschwemmungsgebieten gegen Flutschäden abgesichert. Im Süden der USA waren es mit 14 Prozent etwas mehr. Bewohner ohne Versicherungen stehen ohne staatliche Hilfe vor dem finanziellen Ruin. "Sie könnten alles verlieren", sagte Loretta Worters vom Insurance Information Institute. Besonders für Lohnempfänger ohne Erspartes könnte die Lage verheerend werden: "Sie bekommen derzeit kein Gehalt und die Rechnungen stapeln sich - außerdem sind ihre Häuser beschädigt", sagte Chuck Watson, Gründer des Enki-Instituts für Katastrophenforschung. Er rechnet deshalb mit einer "humanitären Katastrophe" in den Überschwemmungsgebieten. 

Wie wird die US-Regierung den Betroffenen helfen? 

Darüber ist noch nicht viel bekannt. US-Präsident Donald Trump besuchte am Dienstag gemeinsam mit Ehefrau Melania das Überschwemmungsgebiet und lobte Verantwortliche und Helfer. "Es ist historisch, es ist episch, aber ich sage euch: Es ist in Texas passiert - und Texas kommt mit allem klar", sagte er in der vom Hurrikan verwüsteten Hafenstadt Corpus Christi.

AFP

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