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Ernte in Brasilien: Verbraucherschützer warnen vor neuen EU-Handelsabkommen mit asiatischen und südamerikanischen Staaten.

Freihandel

Darum warnen Verbraucherschützer vor neuen EU-Handelsabkommen

Verbraucherschützer warnen vor neuen EU-Handelsabkommen mit asiatischen und südamerikanischen Staaten. Dabei berufen sie sich auf eine neue Studie.

Brüssel - Es bestehe die reale Gefahr, dass durch die Verträge Verbraucher- oder Umweltschutzstandards abgesenkt oder auf einem niedrigen Niveau festgeschrieben würden, kritisierte die Organisation Foodwatch am Mittwoch zur Vorstellung einer Studie mit dem Titel „Handel um jeden Preis?“. 

Über das mit Japan geplante Abkommen könnten zum Beispiel Import-Lebensmittel mit erhöhten Pestizidrückständen auf den Markt kommen. Grund sei der vergleichsweise starke Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln in der japanischen Landwirtschaft, schreiben die Autoren.

Ein Freihandelsabkommen mit dem lateinamerikanischen Staatenverbund Mercosur birgt nach Einschätzung von Foodwatch große Umweltrisiken. Die Verbraucherschützer erwarten, dass Mercosur-Länder wie Brasilien ihre Fleischproduktion für den Export nach Europa deutlich steigern würden. Dies könnte fatale Folgen für die Umwelt haben, weil in Brasilien ein Großteil der Nutztierhaltung auf gerodeten Regenwaldflächen stattfinde, heißt es.

Die für die Freihandelsverhandlungen der EU zuständige EU-Kommission weist Vorwürfe der Verbraucherschützer seit Jahren vehement zurück. Sie argumentiert, dass alle Produkte, die nach Europa geliefert werden, auch weiterhin alle EU-Standards für Nahrungsmittelsicherheit erfüllen müssten.

Die Verhandlungen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sind derzeit in der Endphase und sollen bald abgeschlossen werden. Mit Japan gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr eine politische Grundsatzeinigung auf ein neues Freihandelsabkommen. Zudem laufen Gespräche mit Ländern wie Mexiko und Indonesien. Die geplanten Abkommen sollen Unternehmen über einen Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe bringen.

dpa

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