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Lebensmittel wie Brot und Milch werden in Zukunft teurer

Darum werden Lebensmittel immer teurer

München - Brot, Bier, Milch und Schweinebraten - alles wird teurer. Die Gründe dafür liegen vor allem in einer extremen Dürre in den USA .

Wegen der schlimmsten Dürre in den USA seit 50 Jahren und schlechter Ernten auch in anderen Weltregionen müssen sich die Bürger auf möglicherweise kräftige Preissteigerungen bei vielen Lebensmitteln einstellen. Die Preise für Brotgetreide und die Futtermittel-Rohstoffe Mais, Soja und Futterweizen an den drei führenden Agrarterminbörsen der Welt in Chicago, Indianapolis und Paris sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Das hat direkte Auswirkungen auf Bayern und Deutschland.

Die dürrebedingt schlechteren Ernten führten weltweit zu einer Verknappung und damit zur Verteuerung von Nahrungs- und Futtermitteln, erklärte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in München. So sind seit Anfang des Jahres an der Warenbörse München die Notierungen für Futtergetreide - Weizen und Mais - von etwa 180 Euro pro Tonne auf mehr als 230 Euro pro Tonne geklettert.

„Früher sind die Getreidepreise vor der Ernte gefallen, das war wie eine alte Müller-Regel“, sagte der Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes, Josef Rampl. An der Pariser Agrarterminbörse sind die Preise für Brotweizen - mit einigen Schwankungen - seit November 2011 von 180 Euro auf derzeit knapp 270 Euro geklettert. Im Juli schoss der Weizenpreis um 60 Euro nach oben. Die natürliche Folge: Mehl wird teurer.

Sojaschrot, das als Eiweißquelle im Kraftfutter für Nutztiere dient, ist sogar um 60 Prozent teurer geworden - der Preis an der Warenbörse München ist seit Jahresbeginn von 310 Euro auf mehr als 493 Euro gestiegen. „Am Schweinemarkt haben die Preise in der zweiten Augusthälfte den bisherigen Rekordpreis des Jahres 2008 übertroffen“, erklärte der Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern, Rainer Hechinger. Für viele Metzger, die noch handwerklich arbeiteten, seien daher „die Spielräume bei den Verkaufspreisen ausgeschöpft“. Soll heißen: Auch Schnitzel und Schweinsbraten werden teurer. Ursache dafür sind aber keineswegs nur die steigenden Futtermittelpreise. Denn die Nachfrage ist gestiegen, während gleichzeitig in Deutschland im Frühjahr und Sommer weniger geschlachtet wurde, wie der Fleischerverband berichtet.

Doch es ist ganz deutlich, dass Ereignisse in Übersee sich auf Deutschland auswirken: Die drei für Europa wichtigsten Anbaugebiete seien die EU selbst, die Schwarzmeerregion und die USA, sagt Matthias Kick, Fachreferent für Getreide beim Bayerischen Bauernverband. In den USA herrscht in diesem Jahr in vielen Bundesstaaten extreme Dürre. Vor allem vielen Mais- und Sojabauern ist die Ernte auf dem Feld vertrocknet. Werden auf dem Weltmarkt Mais und Soja teurer, wird mit einer gewissen Verzögerung auch der Schweinsbraten in Bayern teurer. Der Grund: Die Kosten des Futters machten bei der Schweinemast etwa 50 Prozent der Produktionskosten aus, sagt ein Sprecher des Agrarministeriums.

Bei Brot und anderen Backwaren ist der Anteil der Rohmaterialien an den Produktionskosten zwar vergleichsweise niedrig - aber eine Auswirkung auf den Brotpreis haben stark steigende Getreidepreise dennoch. Die Folgen für die bayerischen Bauern sind ganz unterschiedlich: Steigende Erzeugerpreise sind für die Bauern naturgemäß sehr erfreulich - nicht aber steigende Einkaufspreise für Saatgut und Futtermittel.

Die Preiserhöhungen in den Supermärkten, bei Metzgern und Bäckern fallen weniger dramatisch aus als die Schwankungen an den Agrarterminbörsen. Denn die Supermarktketten versuchen in aller Regel, diese nicht eins zu eins an die Kunden weiterzugeben. „Früher hat man gesagt: Was interessiert mich das, wenn in China ein Sack Reis umfällt“, sinniert Getreidereferent Kick vom Bauernverband. „Das stimmt auf dem globalen Markt nicht mehr.“

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