"Das Ergebnisziel ist ambitioniert"

- Die Nachricht, dass Daimler-Chrysler bei seiner Tochter Mercedes 8500 Stellen abbaut, wurde an der Börse mit einem Kurssprung gefeiert. Über Kosten, Qualität und Image sprachen wir mit Oliver Girzick, Analyst der Bayerischen Landesbank.

Der massive Arbeitsplatzabbau bei Mercedes hat die Aktionäre gefreut. Wird dabei vernachlässigt, dass zunächst Kosten von fast einer Milliarde Euro anfallen?

Oliver Girzick: Man muss sehen, dass unter dem Strich die Kosten sinken. Kurzfristig besteht eine Aufwendung, aber man sollte den Blick auf einen längeren Zeitraum richten. Und da ist entscheidend, dass Daimler-Chrysler seine Kosten herunterfahren will. Es ist natürlich kein sehr günstiger Personalabbau, aber es handelt sich um eine einvernehmliche und faire Lösung.

Welche Rolle spielen in einem solchen Fall weiche Faktoren wie die Verunsicherung der Mitarbeiter oder Imageschäden im Markt?

Girzick: Ich glaube, dass die Maßnahmen ziemlich schnell umgesetzt werden und so Verunsicherung in der Belegschaft herausgenommen werden kann. Das Image kann - gerade im Heimatmarkt - negativ beeinflusst werden. Allerdings wird ein sozial fairer Abbau sicher besser aufgenommen, als es zum Beispiel bei betriebsbedingten Kündigungen der Fall wäre.

Mercedes-Chef Dieter Zetsche kündigte einen "langen und harten Weg" an. Wo stehen weitere Einschnitte bei Mercedes an?

Girzick: Da gibt es zum Beispiel noch die Verlustsituation bei Smart. Und Mercedes muss allgemein seine Kostenstruktur verbessern. Als Premium-Anbieter befindet sich Mercedes in dem Spannungsfeld, die Kosten senken zu müssen, aber andererseits keine Einbußen bei der Qualität erleiden zu dürfen.

Mercedes will sein Ergebnis bis 2007 um drei Milliarden Euro verbessern. Halten Sie das für realistisch?

Girzick: Ich bin da ein bisschen skeptisch. Denn das würde implizieren, dass bei Smart Verluste abgebaut werden. Allerdings steht der neue Smart erst nach 2007 zur Verfügung. Ich sehe das als ein sportliches und ambitioniertes Ziel.

Das Gespräch führte Dominik Müller.

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