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Bayer hat dem US-Agrarkonzern Monsanto ein Übernahmeangebot gemacht.

Interview

Fusion von Bayer und Monsanto: "Das Image interessiert die Märkte nicht"

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München - Erst war es ein Gerücht, nun ist es amtlich: Bayer hat dem US-Agrarkonzern Monsanto ein Übernahmeangebot gemacht. Wir sprachen mit Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff über die Milliarden-Offerte.

Kommt es zur Fusion von Bayer und Monsanto, würde der weltgrößte Saatgut-Hersteller entstehen. Die Bayer-Aktionäre sind davon allerdings wenig begeistert. Woran liegt das?

Ja, der Aktienkurs ist stark gefallen. Das hat zwei Gründe. Zum einen war die Erwartung seitens der Bayer-Aktionäre, dass man sich im Healthcare-Bereich stärkt, nicht im Agrarbereich. Ein weiterer Faktor: Wenn Bayer das Investment alleine stemmen möchte und gleichzeitig sein Investment-Rating behalten will, kommt das Unternehmen nicht um eine Kapitalerhöhung herum. Das lehnen die Aktionäre natürlich ab.

Spielt für die Reaktion der Märkte auch das schlechte Image von Monsanto eine Rolle? In Europa wird ja gerade die weitere Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat diskutiert, das auch Monsanto vertreibt.

Das Image von Monsanto interessiert die Märkte nicht. An der Börse ist so etwas zweitrangig.

Der Börsenwert von Monsanto liegt aktuell bei rund 42 Milliarden Dollar – umgerechnet gut 37 Milliarden Euro. Ist das die Richtlinie für den Kaufpreis?

Man wird hier sicherlich noch eine Prämie zahlen müssen. Wir rechnen mit 15 bis 20 Prozent Aufschlag zum Börsenkurs von Monsanto.

Wie viel Geld hat Bayer denn momentan für die Übernahme in der Kasse?

Bayer hat eine Nettoverschuldung im zweistelligen Milliarden-Bereich. Würde die Übernahme von Monsanto allein über eine Neuverschuldung finanziert, würde sich das Investment-Rating sofort verschlechtern.

Wie könnte die Finanzierung dann aussehen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Kapitalerhöhung habe ich bereits angesprochen. Bayer wird sich wohl auch weiter verschulden. Wir gehen außerdem davon aus, dass Geschäftsteile verkauft werden – zum Beispiel das Tiergesundheitsgeschäft. Bayer wird auch versuchen, sich so schnell wie möglich von den verbleibenden Anteilen an Covestro zu trennen; einer Sparte, die im vergangenen Jahr an die Börse gebracht wurde. Bayer könnte auch – nach dem Zukauf – Teile von Monsanto an Dritte veräußern.

Interview: Manuela Dollinger

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