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"Das Jahr fängt ja gut an": HVB rüstet sich für Bankenfusionen

- München - Lächelnd, locker, leutselig beginnt Dieter Rampl das Arbeitsjahr. Nach ein paar flockigen Sätzen erhebt der Vorstandschef der HypoVereinsbank beim Neujahrsempfang das Glas. Gefüllt ist sein Kelch nur mit Wasser _ Rampl braucht einen klaren Kopf für die nächsten Monate. Das große Bankenfressen steht bevor, und der HVB-Chef will nicht das letzte Glied in der Nahrungskette sein.

<P>Der Druck zur Konsolidierung werde weiter steigen, sagt Münchens mächtigster Banker: "Niemand kann sagen wie, aber am ,Ob wird keiner zweifeln." Sein Haus werde "mit Sicherheit nicht passiv bleiben, sondern aktiv mitgestalten". Ein Fusions-Angebot ist das nicht, wohl aber bestätigt Rampl den Branchentrend: "Momentan spricht jeder mit jedem."</P><P>Das ergäbe viele Kombinationen zwischen Branchenführer Deutsche Bank, HVB, Commerzbank, Dresdner und auch der kleineren Postbank. Sogar das Wort von der Megafusion aller vier Großbanken nimmt Rampl in den Mund.</P><P>Für die Branche nicht neu. Viele Vorstandschefs hatten zuletzt halblaut über Fusionen sinniert. Rampl kuschelte verbal mit der Commerzbank, diese wiederum mit der Deutschen und der Postbank. Die Annäherungsversuche, angeblich unterstützt durch die Bundespolitik, sind eher unfreiwilliger Natur. Die Furcht vor Übernahmen durch ausländische, vor allem US-amerikanische Großbanken wächst. Gemäß Börsenkurs sind die deutschen Institute ziemlich billig zu haben. Dass es kein großes deutsches Finanzhaus mehr gebe, "darf nicht passieren", warnt HVB-Boss Rampl.</P><P>"Niemand kann sagen wie,<BR>aber am ,Ob zweifelt keiner."<BR>HVB-Chef Dieter Rampl über Fusionen</P><P>Die Indizien für innerdeutsche Fusionen häufen sich. Deutsche und Commerzbank bauten Personal ab, senkten die angeschwollenen Kreditrisiken, verkauften Tochterfirmen und Immobilien. Auch dass die Commerzbank 24 000 Mitarbeitern die Betriebsrente kündigte, heizt die Spekulationen an. Rampl selbst hat die HVB drastisch verschlankt. Noch immer werden Beteiligungen abgegeben. So steht die polnische Regionalbank Gornoslaski laut Bankenkreisen kurz vor dem Verkauf.</P><P>Zwei Verkaufspläne aber beerdigte Rampl nach einer Vorstandssitzung. Die Tochter Activest soll zu einer starken Vermögensverwaltung ausgebaut werden. In der HVB-Gruppe bleibt auch die Schoellerbank des österreichischen Ablegers Bank Austria. Die Angebote habe man sich ja angehört, sagt Rampl fröhlich: "War nett, das mal zu hören." Verkauft werde die Schoellerbank aber nicht. Ob die Österreicher voreilig mit ihren Verkaufsplänen vorgeprescht seien? Rampl grinst und greift zum Wasserglas: "Das Jahr fängt ja gut an."<BR></P>

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