Datenklau nicht nur im Internet

Kreditkartenbetrug: - Bargeldlos zahlen ist bequem und manchmal teuer. Denn immer wieder bemächtigen sich Kriminelle der Kreditkartendaten und räumen ab. Trotz aller Sicherheitsbemühungen finden Banden immer wieder Tricks, mit denen sie sich fremder Kartendaten bemächtigen können, um damit an Geld zu kommen.

Dabei ist das Internet, das laut Kriminalstatistik immer mehr zum Medium für Betrüger wird, in dieser Hinsicht vergleichsweise harmlos. Wer nicht auf E-Mail-Anfragen geschützte Daten wie PIN oder TAN weitergibt, sich mit aktuellem Virenscanner und Firewall schützt und die Kreditkartendaten nur über eine verschlüsselte Verbindung weitergibt, hat im Wesentlichen getan, was man tun kann.

Kartenklau im Hinterzimmer der Pizzeria

Immer häufiger ist der klassische Einsatzbereich der Karten eine Gefahrenzone. Wer im Restaurant dem Kellner die Karte mit der Rechnung aushändigt, kann nicht verfolgen, was damit geschieht. Eine Reihe von Münchner Pizzeria-Kellnern erwies sich dabei als langer Arm von Verbrecherbanden. Sie zogen die Karten durch ein zusätzliches Lesegerät und speicherten damit alle notwendigen Daten. Diese übermittelten sie an Komplizen in Neapel, die auf diese Weise gefälschte Kreditkarten herstellen konnten. Damit gingen sie auf Einkaufstour. Den Gesamtschaden schätzt das Bayerische Landeskriminalamt auf 50 000 Euro.

Die Masche funktioniert vor allem, wo auf klassische Weise mit Beleg und Unterschrift gearbeitet wird. Allerdings ist hier der Kreditkarten-Eigentümer - zumindest wenn er seine Abrechnung gründlich prüft - aus dem Schneider. Denn da der Beleg nicht seine Unterschrift trägt, muss er auch nicht zahlen.

Eine weit verbreitete Möglichkeit des Kartenbetrugs ist der Datenklau an manipulierten Geldautomaten. Die darauf spezialisierten Banden schaffen es, die von ihnen angebrachten Geräte so zu tarnen, dass Laien sie nicht erkennen können. Dabei wird außen am Automaten ein Lesegerät für den Magnetstreifen und eine Kamera angebracht, die die Eingabe der PIN aufnimmt. Die Daten werden dann auf Kartenrohlinge überspielt. Damit kann das Konto des Karteninhabers abgeräumt werden. Allerdings tragen auch hier Banken den Schaden, wenn ihre Kunden nicht grob fahrlässig handeln.

Wer unbekannte E-Mail-Anhänge nicht öffnet und vor allem niemals auf eine E-Mail geheime Kontodaten preisgibt, der schützt damit seinen Kontostand in den meisten Fällen. Allerdings werden die Tricks von Ganoven immer raffinierter: Jüngst warnte der Antivirensoftware-Hersteller Symantec vor einem neuen Trojaner (einem Schadprogramm), der sich als Windows-Meldung tarnt und zur Preisgabe von Kreditkarten-Informationen aufruft. Trojan.Kardphiser öffnet ein Fenster, das mit "Microsoft Piracy Control" überschrieben ist und darauf hinweist, dass diese Lizenz bereits von einem anderen User benutzt werde und reaktiviert werden müsse.

Zwei Möglichkeiten bietet dieses Fenster dem Nutzer: Windows sofort oder später aktivieren. Wählt er "Später aktivieren", fährt Windows automatisch herunter.

Wer die geforderten Eingaben macht, sollte spätestens stutzig werden, wenn zwar kein Windows-Registrie rungs code verlangt wird, dafür aber die Kreditkartennummer samt Prüfungscode und PIN. Damit haben die Übeltäter die Daten, die sie brauchen, um hinterher in aller Ruhe das Konto des ausgespähten Kreditkartennutzers abzuräumen.

Während der Trojaner-Attacke können andere Programm nicht ausgeführt werden. Der Computer ist bis zur Beseitigung des Trojaners nicht zu gebrauchen. Das Ausspähprogramm ist aber nur mit einem aktuellen Virenschutz und komplizierten Eingriffen ins Computersystem wieder loszuwerden.

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