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Verbraucherschützer warnen vor Datenschlussverkauf bei Quelle.

"Datenschlussverkauf" bei Quelle

Nürnberg - Verbraucherschützer haben vor einem “Datenschlussverkauf“ bei Quelle gewarnt. Der Konkursverwalter könnte Millionen Kundendaten zu Geld machen.

“Der Konkursverwalter muss dafür sorgen, dass Kundendaten nach Abwicklung aller Vertragsbeziehungen gelöscht werden“, sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, am Dienstag. Die Quelle-Insolvenzverwaltung bestätigte Gespräche über den Verkauf der Daten im Zuge der Abwicklung. Auf den Handel mit Millionen von Kundeninformationen hatten die “Nürnberger Nachrichten“ aufmerksam gemacht.

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Verbraucherschützer sorgen sich um Quelle-Kundendaten

Der vzbv sieht den möglichen Informationsverkauf nicht vom Bundesdatenschutzgesetz gedeckt. Die immensen Datenmengen, die der Versandhändler in den Jahren seines Bestehens über seine Kunden gesammelt habe, seien zwar finanziell interessant. Im Konkursfall dürften sie aber nicht verkauft werden, teilten die Verbraucherschützer mit. “Das Ende von Quelle darf nicht zum Datenschlussverkauf führen“, erklärte Billen. Wo Unternehmensteile aufgelöst würden, müssten vorhandene Kundendaten gelöscht werden.

Kunden können vorsorglich widersprechen

Grundsätzlich dürften Unternehmen die Daten der Kunden aber nach dem sogenannten Listenprivileg verkaufen, bestätigte eine vzbv-Sprecherin der Nachrichtenagentur AP. Bestimmte Daten wie Name, Anschrift, Geburtsjahr und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kundengruppe dürften weitergebenen werden. Andere Daten wie die Bankverbindung oder Angaben zur Zahlungsmoral seien aber tabu.

Da nicht abschließend geklärt sei, ob das Listenprivileg im Konkursfall gelte oder nicht, sollten Kunden jetzt aktiv werden und der Datenweitergabe vorsorglich widersprechen. Der vzbv stellt auf seiner Homepage ein Musterschreiben zur Verfügung, mit dem Quelle-Kunden die Löschung ihrer Daten verlangen können (http://tinyurl.com/ye6gfck). Gerichtet ist das Schreiben an den Datenschutzbeauftragten des Versandunternehmens.

Tausend aktuelle Adressen sind 300 bis 900 Euro wert

Der Sprecher der Quelle-Insolvenzverwaltung, Thomas Schulz, bestätigte, dass es Kaufinteressenten für die Daten von Quelle-Kunden gebe. “Das ist ein Thema in Verhandlungen mit Investoren“, sagte er. Datenschutzregelungen würden aber strikt eingehalten. “Insolvenzrecht bricht nicht die Datenschutzbestimmungen“, sagte Schulz.

Der Quelle-Datenschutzbeauftragte sei eng in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Im Tausenderpack zahlen Handelsfirmen an sogenannte Adressbroker nach Angaben der “Nürnberger Nachrichten“ zwischen 300 und 900 Euro für aktuelle Adressen.

AP

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