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Das Logo des DAX

DAX – wichtigster deutscher Index

DAX: Der Deutsche Aktienindex ist zum wichtigen Börsenbarometer geworden

Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist ein deutsches Börsenbarometer. Als „Vater des DAX“ gilt Frank Mella, der den Index Ende der 80er-Jahre entwickelte.

  • Der 1. Juli 1988 geht als die Geburtsstunde des Deutschen Aktienindex in die Geschichte ein.
  • Der damalige Redakteur der Börsen-Zeitung Frank Mella entwickelte das wichtigste deutsche Börsenbarometer.
  • Transparente Auswahlkriterien und Regeln definieren die Zusammensetzung des DAX.

DAX steht als Abkürzung für Deutscher Aktienindex und bezeichnet den bedeutendsten Marktindex für Wertpapiere in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die Börsen-Zeitung entwickelten den DAX als Gemeinschaftsprojekt, um die 30 größten deutschen Unternehmen, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung, in einem Index zusammenzufassen. Das deshalb auch DAX 30 genannte Börsenbarometer feierte am 1. Juli 1988 seine Einführung als Nachfolger des Index der Börsen-Zeitung. Der Kurs-Index ist sowohl Produkt als auch Bild- und Wortmarke der Deutsche Börse AG, die selbst eines der 30 im DAX repräsentierten Unternehmen ist (Stand: 2020).

Die Deutsche Börse AG unterliegt als Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse der Aufsicht durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Der unter ISIN: DE0008469008 und WKN: 846900 gelistete Performance-Index des Deutschen Aktienindex notierte am 10.08.2020 bei 12.687,53 Punkten. Als „Erfinder des DAX“ gilt Frank Mella, der als Mitarbeiter bei einem der Gründungsmitglieder, der Börsen-Zeitung, zu den wegweisenden Initiatoren des Kurs-Index zählte.

Die Geschichte zum Deutschen Aktienindex – der DAX als europäische Ergänzung zu Nikkei und Dow Jones
Seit dem 1. Juli 1988 bildet der Deutsche Aktienindex (DAX) die Kurse der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ab. Bis dahin existierten in Frankfurt eine Reihe von Kurs-Indizes, deren Wert jedoch nur einmal täglich nach Handelsschluss angepasst wurde. Der damalige Chef von Frank Mella beauftragte den Redakteur der Börsen-Zeitung mit der Entwicklung eines neuen Börsenbarometers.

Mella machte sich an die Arbeit und hatte für die Indexberechnung eine zukunftsweisende Idee: Neben der Wertveränderung der Aktie bezog er auch die Dividenden der Unternehmen mit in die Kursberechnung ein, wodurch auch die Kapitalmehrung der Unternehmen in die Kurse einfloss. Dieses Kursberechnungsverfahren ist bis heute weltweit üblich. Als Mellas Chef dessen Entwurf einigen Bankexperten vorlegte, war der DAX geboren. Mit dem Euro Stoxx50 und dem britischen FTSE 100 Index gehört der DAX 30 zu den wichtigsten Börsenindizes Europas und findet neben Dow Jones, Nikkei und S&P 500 weltweit Beachtung bei Kapitalanlegern. Frank Mella ist auch Gründungsmitglied des Gremiums Arbeitskreis Aktienindizes, das neben der Deutschen Börse bei der Zusammensetzung des DAX mitwirkt.

Deutscher Aktienindex – das Börsenbarometer DAX hat klare Auswahlkriterien

Die Regeln, welche die Zusammensetzung des Deutschen Aktienindex und auch der Indizes MDAX, SDAX und TecDAX steuern, sind klar und transparent im Leitfaden Aktienindizes definiert. Ein Unternehmen muss folgende Grundbedingungen erfüllen, um in den DAX aufgenommen werden zu können (Stand: 2020):

  • ·        Listung im Transparenzstandard Prime Standard
  • ·        Fortlaufender Handel in Xetra
  • ·        Mindestens 10 Prozent der Aktien in Streubesitz
  • ·        Mindestens 30 Handelstage seit Erstnotiz
  • ·        Sitz des Unternehmens in Deutschland

Anstatt eines Sitzes in Deutschland ist es ebenfalls ausreichend, wenn das Unternehmen den Schwerpunkt seines Umsatzes aus Aktienhandel in Frankfurt auf Xetra generiert und darüber hinaus einen Sitz in einem Mitgliedsland der Europäischen Union oder einem EFTA-Staat aufweist. Das hauptsächliche Auswahlkriterium für den DAX 30 ist jedoch die Größe der folgenden beiden Indikatoren:

  • Orderbuchumsatz in Xetra und am Frankfurter Parkett in den vorangegangenen 12 Monaten
  • Freefloat Marktkapitalisierung zu einem bestimmten Stichtag (Stand 2020: jeweils letzter Handelstag im Monat)

Die Freefloat-Marktkapitalisierung errechnet sich aus dem durchschnittlichen volumengewichteten Durchschnittspreis der vergangenen 20 Handelstage. Die Deutsche Börse veröffentlicht beide Indikatoren monatlich auf sogenannten Ranglisten. Die Zusammensetzung aller Indizes der DAX-Familie wird anhand der genannten Kriterien quartalsweise überprüft.

Die Überprüfung des Deutschen Aktienindex – jedes Quartal aufs Neue wird der Kurs-Index unter die Lupe genommen
Die ordentliche Anpassung des DAX findet alljährlich im September statt. Dabei wird signifikanten Änderungen in den Ranglisten Rechnung getragen. Die Überprüfung der Indizes MDAX, SDAX und TecDAX findet jeweils im September und März in einem Halbjahresturnus statt. Neben dem Auswahlkriterium der Freefloat Marktkapitalisierung und dem Orderbuchumsatz auf Xetra kann eine Anpassung der Indexzusammensetzung aus weiteren Gründen notwendig werden. Besonders relevant sind dabei beispielsweise Großemissionen, die den Börsenwert eines Unternehmens substanziell verändern können.

Im negativen Sinn kann eine Anpassung des Deutschen Aktienindex aufgrund eines massiven Kurseinbruches eines darin gelisteten Unternehmens, beispielsweise hervorgerufen durch eine Insolvenz, erforderlich sein. Um zu verhindern, dass einige wenige Schwergewichte den DAX dominieren, wird bei der vierteljährlichen Neugewichtung eine Höchstgrenze von 10 Prozent Gewichtungsanteil für einen Einzelwert deklariert. Die Deutsche Börse AG ermittelt gemeinsam mit dem Arbeitskreis Aktienindizes die Zusammensetzung der zur DAX-Familie gehörenden Indizes.

Exit versus Entry - wie die Elite des Deutschen Aktienindex ermittelt wird

Die zugrunde liegenden Regeln für die Mitgliedschaft im DAX können folgendermaßen zusammengefasst werden:

  • Fast-Exit: Befindet sich ein im Deutschen Aktienindex gelistetes Unternehmen hinsichtlich eines der beiden Kriterien Marktkapitalisierung oder Orderbuchumsatz nicht mehr auf einem der besten 45 Ranglistenplätze, wird es aus dem Index genommen. Ersetzt wird es durch ein Unternehmen, das bei beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.
  • Fast-Entry: Kann ein Unternehmen bei beiden Kriterien mindestens Platz 25 in der jeweiligen Rangliste vorweisen, erfolgt die Neuaufnahme in den DAX. Ausscheiden muss dafür jener Wert, der in mindestens einem der beiden Kriterien schlechter als Rang 35 platziert ist.
  • Regular-Exit: Wenn ein Unternehmen in der Rangliste eines der beiden Kriterien nicht mehr unter den Top-40 Rängen rangiert, kann es aus dem DAX genommen werden. Ein Wechsel findet statt, sollte ein nicht gelistetes Unternehmen existieren, das bei beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.
  • Regular-Entry: Sollte ein Wert in beiden Kriterien besser als Rang 31 in der Rangliste platziert sein, kann das Unternehmen in den DAX aufgenommen werden. Voraussetzung ist, dass ein Index-Wert existiert, der in mindestens einem Kriterium einen Ranglisten-Platz aufweist, der schlechter als Rang 34 ist.

Eventuelle Änderungen in der Zusammenstellung des DAX 30 gibt die Deutsche Börse quartalsweise bekannt.

Die DAX-Familie ist größer als der DAX 30 – ein Überblick

Zur Familie der deutschen Aktienindizes gehören neben dem Deutschen Aktienindex noch weitere Börsenbarometer. Der 1996 gegründete MDAX umfasst die 50 Werte, die gemäß den Ranglisten für Marktkapitalisierung und Börsenumsatz auf die Unternehmen des DAX 30 folgen. Der seit 1999 existierende SDAX bildet die Entwicklung der 70 kleineren Unternehmen ab, die in den beiden Ranglisten hinter den MDAX-Werten folgen. Der TecDax fasst 30 der größten Technologiewerte, gemessen an deren Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz, zusammen. Er ist der Nachfolger des Neuen Marktes, der um die Jahrtausendwende durch die Euphorie der New Economy und die daraus erwachsene Dotcom-Blase traurige Berühmtheit erlangte. 2005 war das Einführungsjahr des VDAX-New, der als Nachfolger des VDAX die Volatilität des Deutschen Aktienindex misst. CDAX steht als Abkürzung von Composite DAX. Der Index ist seit 1993 eine Ergänzung zum Deutschen Aktienindex und enthält alle an der Frankfurter Wertpapierbörse im General Standard oder Prime Standard notierten Aktien. Der HDAX ist der Nachfolger des DAX100 und fasst alle Aktien zusammen, die in den Kurs-Indizes DAX, MDAX und TecDAX gelistet sind. Er bietet den Kapitalanlegern somit eine breitere Basis über alle Branchen hinweg, als dieses bei den Einzelindizes der Fall ist.

Von Sebastian Reif

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