+
Ein Börsenhändler spiegelt sich im Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Griechenland-Hoffnung treibt deutschen Aktienmarkt an

Griechenland bleibt ein bestimmendes Thema am Aktienmarkt. Nach den jüngsten Kursverlusten sorgte nun die Hoffnung auf eine Lösung des Schuldenstreits für Rückenwind.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf eine Einigung im griechischen Schuldendrama hat dem deutschen Aktienmarkt frischen Schwung verliehen. Der Dax zog am Nachmittag nach einem zuvor eher trägen Handel an und kletterte letztendlich um 1,26 Prozent auf 11 771,13 Punkte nach oben.

Tags zuvor hatten Sorgen um den griechischen Schuldenpoker noch belastet. Den Vormittag über war wegen einer technischen Panne der Frankfurter Parketthandel gestört, das weit wichtigere elektronische Handelssystem Xetra lief aber reibungslos.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg zur Wochenmitte um 1,26 Prozent auf 20 973,32 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,48 Prozent auf 1718,36 Punkte nach oben.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,76 Prozent auf 3682,87 Zähler zu. Auch an den Börsen in Paris und London ging es nach oben. An der Wall Street stieg der US-Leitindex Dow Jones Industrial bis zum Handelsschluss in Europa um rund ein halbes Prozent.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras zeigte sich erneut optimistisch hinsichtlich einer schnellen Einigung im Schuldenstreit. Das von der Pleite bedrohte Euroland stehe "kurz vor einer Einigung mit den Gläubigern", behauptete Tsipras vor Journalisten in Athen.

Einige Börsianer warnten aber vor übertriebenem Optimismus. So hatte es in den vergangenen Tagen vonseiten der griechischen Regierung mehrfach geheißen, dass bei den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern eine Einigung bevorstehe. Vertreter der Europäischen Institutionen sprachen hingegen wiederholt von einem noch weiten Weg. Zunächst bleibt also unklar, ob die Regierung in Athen im Juni fällige Kreditraten fristgerecht zurückzahlen kann.

Mit Blick auf den Dax schafften alle 30 Werte den Sprung in die Gewinnzone. An der Spitze des Börsenbarometers gewannen die Aktien des Dünger- und Salzherstellers K+S 3,63 Prozent. Händler verwiesen auf eine weitere optimistische Einschätzung eines Wettbewerbers zu den Aussichten auf dem indischen Markt. Diese hätten einen positiven Impuls für die Branche gebracht.

Unter den schwächsten Werten im deutschen Leitindex waren die Papiere des Rückversicherers Munich Re mit plus 0,14 Prozent nach einer Verkaufsempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs. Auch die Papiere des Baukonzerns Hochtief wurden von einem Analystenkommentar bewegt. Sie rückten im MDax nach einer bekräftigten Kaufempfehlung durch Merrill Lynch um mehr als 3 Prozent vor.

Die Aktien von Rheinmetall profitierten von der Aussicht auf einen Auftrag aus Polen und stiegen um 2,75 Prozent. Der Konzern tut sich mit einem Partner aus dem EU- und Nato-Land zusammen. Gemeinsam soll ein amphibischer Radpanzer gebaut werden, der Aufklärungsfahrzeuge der polnischen Armee aus der Sowjetzeit ersetzen soll.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,45 Prozent am Vortag auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,39 Prozent auf 139,41 Punkte. Der Bund-Future zog um 0,01 Prozent auf 154,73 Punkte an. Ein Euro kostete 1,0891 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0863 (Dienstag: 1,0926) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9206 (0,9153) Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Streit um Alnatura-Markenrechte beigelegt
Bickenbach/Karlsruhe (dpa) - Der Dauerstreit um die Rechte an der Bio-Marke Alnatura ist beigelegt. Der Gründer der Drogeriekette dm, Götz Werner, hat eine entsprechende …
Streit um Alnatura-Markenrechte beigelegt
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Wie kommt mehr Frachtverkehr von den überlasteten Autobahnen auf die umweltfreundlicheren Bahnschienen? Der Bund gibt nun einen finanziellen Impuls.
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem scheint es vor allem für Mütter attraktiver geworden zu sein, in Elternzeit zu gehen. Arbeitgeber und …
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf
Europas Banken stehen unter massivem Druck und bauen Zehntausende Stellen ab. Die Commerzbank kommt bei ihrem eigenen Abbauprogramm schneller voran als gedacht. Doch das …
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf

Kommentare