+
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Börse in Frankfurt

Dax steigt vor Zinsentscheid über 12.300 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat es am Mittwoch erstmals seit Juli wieder über die Marke von 12.300 Punkten geschafft. Am Tag vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank ging es für den deutschen Leitindex um 0,74 Prozent auf 12.359,07 Punkte nach oben.

Der MDax kletterte im Schlepptau um 0,77 Prozent auf 26.082,40 Punkte.

Bei der EZB wird angesichts der sich abschwächenden Konjunktur erwartet, dass die Notenbank ihre bereits sehr großzügige Geldpolitik weiter lockert. Ungewiss ist aber, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden. Als hilfreich galt auch, dass China etwas Druck aus dem Handelsstreit mit den USA nahm und eine Liste von US-Produkten vorlegte, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen.

Erneut zählten am Mittwoch konjunktursensible Aktien zu den Gewinnern. Die Anteile des Chipherstellers Infineon waren im Dax der Favorit mit plus 3,1 Prozent. Aus dem Autosektor knüpften Volkswagen und Daimler mit Kursgewinnen von 0,7 Prozent an ihren zuletzt schon starken Lauf an.

Papiere, die mit Blick auf die Wirtschaftslage als defensiv eingestuft werden, standen bei den Anlegern tendenziell nicht so hoch im Kurs. Aktien des Versorgers RWE, des Konsumgüterherstellers Henkel oder des Immobilienunternehmens Vonovia gaben entweder nach oder bewegten sich kaum vom Fleck.

Eine Ausnahme unter den defensiven Sektoren waren Gesundheitswerte. Hier rückten allen voran die Aktien des Spezialchemie- und Pharmaunternehmens Merck um 1,4 Prozent vor. Die Darmstädter nahmen in den USA eine wichtige Hürde für die Zulassung der Therapie mit dem Wirkstoff Tepotinib bei Lungenkrebs.

Anderswo war der Schwung nicht ganz so groß wie an der Frankfurter Börse. Der EuroStoxx 50 rückte am Mittwoch etwas weniger stark um 0,51 Prozent auf 3516,82 Punkte vor, was auch an der Börse in Paris lag. Dort stieg der Leitindex Cac lediglich um 0,44 Prozent. In London dagegen rückte der FTSE 100 um fast 1 Prozent vor. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Xetra-Schluss moderat mit 0,3 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,58 Prozent am Dienstag auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 146,21 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,25 Prozent auf 174,20 Punkte. Der Euro ist am Mittwoch unter Druck geraten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0999 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1003 (Dienstag: 1,1040) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9088 (0,9058) Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

130 Filialen in Deutschland: Bekannte Möbelhauskette vor dem Aus? 
Eine bekannte deutsche Möbelkette steht offenbar vor dem Aus. Es betrifft 130 Filialen in ganz Deutschland. Wie die Zukunft für Roller aussieht, ist momentan unklar.
130 Filialen in Deutschland: Bekannte Möbelhauskette vor dem Aus? 
Ufo-Warnstreik: Flughäfen rechnen mit geringen Auswirkungen
Zuerst wollte sie nur die Lufthansa bestreiken. Dann weitete die Gewerkschaft Ufo ihren Aufruf auf vier Tochter-Airlines aus - um ihn dann bei der Mutter wieder …
Ufo-Warnstreik: Flughäfen rechnen mit geringen Auswirkungen
Industrie stellt Koalition schlechtes Zeugnis aus
Die Wirtschaft ist seit langem unzufrieden mit der Arbeit der Koalition. Auch zur Halbzeit gibt es vom Industrieverband alles andere als Lob. Für die Opposition ist das …
Industrie stellt Koalition schlechtes Zeugnis aus
Windenergie: Nabu warnt Überlastung in Nord- und Ostsee
Ja, aber - im Prinzip unterstützt der Naturschutzbund den Ausbau der Windenergie auf See. Doch was die Politik als Klima-Offensive verkauft, ist für die Umweltschützer …
Windenergie: Nabu warnt Überlastung in Nord- und Ostsee

Kommentare