„Sie alle tragen mich“: Merkel appelliert vor Kampfabstimmung an Fraktion - und verliert

„Sie alle tragen mich“: Merkel appelliert vor Kampfabstimmung an Fraktion - und verliert
+
Die Anzeigetafel mit dem Kursverlauf spiegelt sich im Handelssaal der Frankfurter Börse im Schriftzug "DAX". Foto: Christoph Schmidt

Börse in Frankfurt

Dax beschleunigt Talfahrt - Neujahrsgewinn weg

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag seine Talfahrt beschleunigt. Weiter steigende Anleiherenditen, der starke Euro und schließlich noch ein schwacher US-Börsenstart setzten dem deutschen Leitindex heftig zu.

Er schloss unter 12 800 Punkten, womit all seine Gewinne seit Jahresbeginn wieder vernichtet wurden. Die laut den Januar-Daten weiterhin gute Situation am US-Arbeitsmarkt ließ die Anleger dies- und jenseits des Atlantik indes kalt.

Mit einem Abschlag von 1,68 Prozent auf 12 785,16 Punkte schloss der Dax nur minimal über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Nahtlos knüpfte er damit an seinen Vortageskursrutsch an und verbuchte einen Wochenverlust von 4,2 Prozent. Das anderthalb Wochen alte Rekordhoch von 13 596 Punkten ist damit erst einmal wieder in die Ferne gerückt. Schlusslicht in der ersten Börsenliga war nach enttäuschenden Geschäftszahlen die Aktien der Deutschen Bank.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax ging es am Freitag um 2,05 Prozent auf 26 039,60 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,51 Prozent auf 2599,72 Zähler. Europaweit sah es kaum besser aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 1,51 Prozent auf 3523,28 Punkte. Auch in Paris und London wurden Verluste verbucht. Das Wall-Street-Barometer Dow Jones Industrial büßte zum europäischen Handelsschluss 1,5 Prozent ein und auch die technologielastigen Nasdaq-Börsen zeigten sich schwach.

Die Kurse vor allem der länger laufenden deutschen Staatsanleihen gingen vor dem Wochenende etwas zurück, was die Renditen steigen ließ. Tendenziell schmälert dies die Attraktivität von Aktien. Die Umlaufrendite stieg von 0,50 Prozent am Vortag auf 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 138,84 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,20 Prozent auf 157,84 Punkte.

Druck bekam der Dax auch von der Währungsseite: Der Euro konnte zwar die Marke von 1,25 US-Dollar, die er am Morgen übersprungen hatte, nicht verteidigen. Er geriet nach den US-Jobdaten etwas unter Druck, doch mit 1,2450 Dollar am Abend blieb er weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Das kann die Exportchancen deutscher Unternehmen in Ländern außerhalb des Währungsraums beeinträchtigen. Zudem bleibt bei der Umrechnung von Dollar-Gewinnen im Auslandsgeschäft in Euro weniger übrig. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2492 (Donnerstag 1,2459) Dollar festgesetzt.

Das hiesige Nachrichtengeschehen wurde insbesondere vom schwachen Geschäftsbericht der Deutschen Bank dominiert. Die Aktie sackte am Dax-Ende um 6,21 Prozent auf 13,856 Euro ab. Zeitweise kostete sie nur noch 13,726 Euro und war damit so billig wie seit Ende September nicht mehr. Auch mit Blick auf die Kursentwicklung seit Jahresbeginn belegt sie damit den letzten Platz im Leitindex. Das größte Geldhaus Deutschlands, das erst Anfang Januar eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte, fuhr 2017 erneut einen Jahresverlust ein.

Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Kursausschläge: Die Papiere der Deutschen Post zeigten sich im schwachen Markt stabil. Bei Airbus dagegen sorgte das gestrichene Kaufvotum der Crédit Suisse für Kursverluste von 3,86 Prozent. Zudem rückte ein voraussichtlich schon bald anstehender Börsengang in den Blick. Der Immobilienentwickler Instone Real Estate bringt seine Pläne im Eiltempo voran.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Regierung will Extrakosten für Diesel-Besitzer abwenden
Noch wenige Tage - dann soll Klarheit herrschen, wie Politik und Autobranche im Kampf gegen zu schmutzige Luft durch Diesel-Abgase nachlegen wollen. Sollen womöglich …
Regierung will Extrakosten für Diesel-Besitzer abwenden
Neue Streiks bei Ryanair: 190 Flüge abgesagt
Frankfurt/Dublin (dpa) - Passagiere von Ryanair müssen sich zum Beginn der Herbstferien in einigen deutschen Bundesländern auf weitere Streiks einrichten. 
Neue Streiks bei Ryanair: 190 Flüge abgesagt
Windkraft weltweit auf Wachstumskurs - Nord-Minister warnen
Windkraftwerke gelten als zukunftsträchtige Stromquellen und haben international ein hohes Wachstumspotenzial. In Deutschland dagegen gerät die Entwicklung durch …
Windkraft weltweit auf Wachstumskurs - Nord-Minister warnen
Gewinnwarnung von BMW erschreckt die Börse
Das gab es seit einem Jahrzehnt nicht mehr: eine Gewinnwarnung von BMW. Der Autobauer schien gut auf Kurs zu sein. Aber eine ganze Reihe von Gründen hat ihm jetzt einen …
Gewinnwarnung von BMW erschreckt die Börse

Kommentare