+
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (Dax). Foto: Fredrik von Erichsen

Börse in Frankfurt

Dax bewegt sich auch am Freitag kaum vom Fleck

Frankfurt/Main (dpa) - Die Dax-Anleger haben sich auch am Freitag mit Engagements zurückgehalten. Nach einem wechselhaften Verlauf schloss der deutsche Leitindex 0,20 Prozent im Minus bei 10 664,56 Punkten.

Mangels richtungsweisender Impulse setzte er damit seinen Zick-Zack-Kurs der vergangenen Handelstage auch zu Wochenschluss fort. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet dies ein Minus von 0,03 Prozent.

Nach Ansicht der Landesbank Helaba hat es dem Dax in den vergangenen Tagen an der nötigen Kraft gefehlt, um die jüngste Rally nach dem US-Wahlsieg von Donald Trump auszubauen. Im Gegensatz zur Rekordjagd an der Wall Street scheiterte der deutsche Leitindex seit Monaten immer wieder an der viel beachteten Marke von 10 800 Punkten.

Die Indizes aus der zweiten Reihe bewegten sich zum Wochenschluss etwas deutlicher: Die mittelgroßen Werte im MDax gaben um 0,32 Prozent auf 20 520,77 Zähler nach, während der Technologiewerteindex TecDax um 0,60 Prozent auf 1735,88 Punkte stieg.

Börsianer verwiesen angesichts dessen, dass die Börsen zuletzt quasi auf der Stelle traten, auf die Unsicherheit vor wichtigen bevorstehenden Ereignissen. Geblickt wird vor allem nach Italien, wo in zwei Wochen eine Abstimmung über eine Verfassungsreform ansteht.

Außerdem stehen im kommenden Monat die Zinsentscheide der Notenbanken an. In den USA hatte Fed-Chefin Janet Yellen am Vortag ein klares Signal für einen am Markt bereits erwarteten Zinsschritt nach oben im Dezember gegeben und damit den Euro auf Talfahrt geschickt.

Bei den Einzelwerten blieb die Nachrichtenlage vor dem Wochenende sehr dünn. Im Fokus standen vor allem die Vorzugsaktien von Volkswagen mit der Vorstellung des sogenannten Zukunftspaktes, der den Autobauer fit für die Zukunft machen soll. Börsianer hatten sich zunächst überrascht davon gezeigt, dass man sich mit dem Betriebsrat auf eine Streichung von 23 000 Stellen in Deutschland einigen konnte. Die VW-Papiere konnten allerdings anfängliche Gewinne nicht behaupten und schlossen in dem eher trüben Umfeld 0,34 Prozent tiefer.

Die Aktien von CTS Eventim fielen am MDax-Ende um 2,75 Prozent, womit sie ihren Kursrutsch der vergangenen Tage fortsetzten. Anleger haben bei dem Ticketvermarkter offenbar Angst vor einer schwachen Geschäftsentwicklung.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,69 Prozent auf 3020,83 Punkte. Der Pariser CAC-40-Index und der Londoner FTSE 100 gaben etwas weniger deutlich nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsschluss leicht tiefer.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,09 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 141,58 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 160,65 Punkte zu. Der Kurs des Euro gab weiter nach und notierte zuletzt bei 1,0586 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0629 (Donnerstag: 1,0717) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9408 (0,9331) Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Studie belegt Folgen von Diesel-Abgasen
Dürfen Städte Dieselautos aussperren, um die Luft sauber zu kriegen? Oder müssen sie sogar? Politik und Autofahrer schauen nach Leipzig - da hat die Justiz das Wort. …
Studie belegt Folgen von Diesel-Abgasen
Hochtief mit prall gefüllter Kasse auf Übernahmekurs
Mit Rückenwind durch gut laufende Geschäfte steht Hochtief in den Startlöchern für ein Bieterrennen um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis. Doch noch ist der …
Hochtief mit prall gefüllter Kasse auf Übernahmekurs
Tarifabschluss steht - Aufatmen bei 120.000 VW-Beschäftigten
Der Weg war steinig - erstmals seit Jahren Warnstreiks, dazu nächtliche, stundenlange Verhandlungen. Doch jetzt steht der Tarifvertrag für 120.000 VW-Beschäftigte, …
Tarifabschluss steht - Aufatmen bei 120.000 VW-Beschäftigten
Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental
Wenn Preise abgesprochen werden, zahlt am Ende oft der Verbraucher drauf. Wettbewerbskommissarin Vestager nimmt erneut die Autobranche ins Visier - und will auch künftig …
Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental

Kommentare