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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Börse in Frankfurt

Zollstreit belastet deutschen Aktienmarkt wieder

Frankfurt/Main (dpa) - Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat die Börsenkurse am Mittwoch wieder gedrückt. Nach einem Vortag ohne bedeutende Nachrichten von der Zollfront wurden die Anleger abermals verunsichert.

Der Leitindex Dax sank im Tagestief um mehr als 1 Prozent bis unter die Marke von 13.100 Punkten, dann griffen einige mutige Anleger wieder zu. Der Dax ging schließlich 0,48 Prozent tiefer bei 13.158,14 Zählern aus dem Handel. Der MDax verlor 0,29 Prozent auf 27.215,30 Punkte.

US-Präsident Donald Trump drohte für den Fall einer ausbleibenden Einigung wieder mit höheren Strafzöllen, während China verärgert auf US-Bestrebungen zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong reagierte. Eine "Menschenrechts- und Demokratieverordnung" des US-Senats belastete das ohnehin angespannte Verhältnis mit China zusätzlich.

Unter den Einzelwerten geriet der Kurs von Wirecard ein weiteres Mal wegen Zweifeln an den Bilanzierungspraktiken unter Druck. Der Zahlungsabwickler bestätigte, dass seine Tochter in Singapur kein Testat für ihre Jahresbilanz 2017 erhalten hatte. Notwendige Daten seien als Folge der laufenden Ermittlungen nicht zugänglich gewesen, hieß es zur Begündung. Anleger reagierten dennoch verunsichert, die Aktien fielen um 3,3 Prozent.

Allgemein war eine Umschichtung zu beobachten: Anleger in Europa griffen nun eher bei defensiven statt konjunkturlastigen Unternehmen zu. Im Zuge dessen schwächelte in Deutschland die Autobranche. Die Papiere des Zulieferers Continental verloren 1,5 Prozent, während es bei VW um 1 Prozent abwärts ging.

Ein weiterer großer Dax-Verlierer waren die 2,5 Prozent schwächeren Lufthansa-Aktien. Bei der Fluggesellschaft war ein Schlichtungsversuch im Tarifstreit mit den Flugbegleitern in letzter Minute geplatzt. Zudem droht jetzt auch noch die Gewerkschaft Verdi bei der Catering-Sparte LSG Sky Chefs mit Streiks.

Mit einem siebenprozentigen Abschlag hielten die Aktien von Rheinmetall die rote Laterne im MDax. Am zweiten Tag einer Kapitalmarktveranstaltung setzten enttäuschende Aussagen zu den Mittelfristzielen die Aktien des Autozulieferers und Rüstungsunternehmens unter Druck.

Gegen den negativen Trend am deutschen Aktienmarkt stemmten sich die Aktien des Börsenneulings Dermapharm infolge gut aufgenommener Quartalszahlen. Die Titel kletterten im SDax um 2,5 Prozent. Sie schrammten im Tagesverlauf nur knapp an ihrem Rekordhoch vorbei.

Auf europäischer Bühne schloss der EuroStoxx 0,34 Prozent tiefer bei 3683,88 Punkten, während es in Paris mit minus 0,3 Prozent moderate und in London mit minus 0,8 Prozent deutlichere Verluste gab. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit etwa 0,3 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,34 Prozent am Vortag auf minus 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 144,76 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 171,08 Punkte zu.

Der Kurs des Euro stand nach einem Tief bei 1,1053 Dollar zuletzt bei 1,1064 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1059 (Dienstag: 1,1077) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9042 (0,9028) Euro gekostet.

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