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Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main (Hessen). Foto: Christoph Schmidt

Börse in Frankfurt

Leichte Dax-Verluste im zögerlichen Vorweihnachtshandel

Frankfurt/Main (dpa) - Am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest haben die wenigen noch aktiven Anleger am deutschen Aktienmarkt ihr Pulver trocken gehalten. Weil viele ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen haben, waren die Umsätze am Freitag dünn und die Kursschwankungen vergleichsweise klein.

Der deutsche Leitindex Dax gab um 0,28 Prozent auf 13.072,79 Punkte nach. Im Wochenvergleich bedeutet dies ein Minus von 0,23 Prozent.

Auch die Indizes in der zweiten deutschen Börsenreihe lagen am Freitag moderat im Minus: Der MDax verlor 0,19 Prozent auf 26.144,24 Zähler. Für den TecDax ging es um 0,06 Prozent auf 2536,25 Punkte nach unten.

Das Wahlergebnis in der spanischen Region Katalonien drückte etwas auf die Kurse. Dort hatten die separatistischen Kräfte erneut eine absolute Mehrheit errungen.

Immerhin blieb dem Aktienmarkt aber eine weitere schlechte Nachricht aus den USA erspart. Durch eine Übergangsregelung war ein Schließen der Regierung aus Geldmangel, ein sogenannter "Shutdown", in Washington einmal mehr in letzter Minute vermieden worden. Zudem unterzeichnete Präsident Donald Trump das Gesetz über die umfassende Steuerreform, die Unternehmen massiv entlasten soll.

Auch wenn der Dax in den vergangenen Wochen mehr oder weniger auf der Stelle getreten ist, ziehen Experten eine positive Jahresbilanz. "Ein außergewöhnliches Aktienjahr geht zu Ende", schrieben etwa die Experten der Landesbank Baden-Württemberg. Sie verwiesen darauf, dass der Anstieg um aktuell knapp 14 Prozent zwar im historischen Vergleich eher mittelmäßig sei. Bemerkenswert sei aber die Standhaftigkeit, die der Leitindex an den Tag legte - ungeachtet zahlreicher Risiken etwa von geopolitischer Seite.

Unter den Einzelwerten erholten sich am Freitag Versorgeraktien, nachdem vor allem die RWE-Papiere in den vergangenen Tagen wegen einer Gewinnwarnung der Tochter Innogy von den Anlegern abgestraft worden waren. Die Anteilsscheine des Energiekonzerns kletterten an der Dax-Spitze um rund 2 Prozent. Auch die Eon-Aktien lagen mit rund 0,5 Prozent im Plus.

Im Gleichschritt mit RWE erholten sich auch die Innogy-Papiere an der MDax-Spitze um gut 2 Prozent von ihrem jüngsten Kursrutsch. Das Ökostrom-Unternehmen treibt seine Expansion in den USA mit einem ersten Zukauf voran. Übernommen wird das Onshore-Windgeschäft des US-Projektentwicklers Everpower Wind.

Thyssenkrupp-Aktien dagegen fielen unter den schwächsten Dax-Werten um rund ein Prozent, nachdem sich der Industriekonzern mit Arbeitnehmervertretern auf die Bedingungen für eine Fusion des Stahlgeschäfts mit dem Wettbewerber Tata geeinigt hatte. Weitreichende Standort- und Beschäftigungssicherungen sowie Investitionszusagen kamen am Markt nicht gut an.

Der EuroStoxx 50 beendete den Tag mit minus 0,49 Prozent auf 3553,39 Punkte und auch die Börsen in Paris und London gaben etwas nach. Das Wahlergebnis in Katalonien ließ den Leitindex Ibex in Madrid um mehr als ein Prozent absacken. In den USA stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss etwas tiefer.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite unverändert bei 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stand so gut wie unverändert bei 140,67 Punkten. Der Bund-Future legte um 0,02 auf 161,69 Punkte zu. Angesichts der Katalonien-Wahl fiel der Kurs des Euro leicht: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1853 (Donnerstag: 1,1859) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8437 (0,8432) Euro.

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