Dax-Konzerne im Visier der Hedgefonds

- München/Frankfurt - Konzerne aus dem deutschen Börsenolymp Dax geraten immer stärker ins Visier internationaler Hedgefonds. Nach Berichten über entsprechende Engagements bei Daimler-Chrysler und der Commerzbank schrieb die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" jetzt, Siemens sei ein offensichtliches und attraktives Ziel für die Finanzinvestoren. Was ein solcher Einstieg bewirken kann, erlebte jüngst die Deutsche Börse.

Mit Eingriffen in die Firmenpolitik seitens des britischen Fonds TCI wurde die eigentlich geplante Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse vor einigen Monaten verhindert. Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, nahm nach monatelangem Machtkampf seinen Hut.

Der Co-Leiter des Investment-Banking der Bank UBS in Deutschland, Hermann Prelle, sagte: "Die Dax-Vorstände machen sich Sorgen über das Interesse der Hedgefonds. Sie wissen: Die bequemen Zeiten sind vorbei." Der Erfolg, den TCI bei der Deutschen Börse gehabt habe, ziehe Nachahmer an. "Ich bin sicher, dass das nicht der letzte Fall gewesen ist."

Prelle zufolge ist die Liste der Großunternehmen, die vor gewaltigen Umbrüchen stehen, lang. "Renditegetriebene Investoren sehen hier Chancen auf eine sehr attraktive Verzinsung." Anders als klassische Fonds setzten diese Investoren viel Geld auf wenige Titel - in der Hoffnung auf den schnellen Gewinn.

Der Münchner Konzern Siemens ist für Hedgefonds auch deswegen ein attraktives Ziel, da es keinen Großaktionär gibt.

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