dba: Erfolgsgeschichte setzt sich fort

- München - Die Maschine der Deutschen BA rollte auf dem Flughafen München zur Startbahn, schlitterte in einer Kurve über die Piste und blieb mit dem Bugrad im Matsch stecken - manövrierunfähig. So war der Zustand der ganzen verlustreichen Fluglinie zu dieser Zeit im Januar 2003. Wenig später kam der bayerische Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl. Er machte aus Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft die dba und eine Erfolgsgeschichte 2004, deren Fortsetzung im neuen Jahr sich abzeichnet. Während heuer vielerorts Arbeitsplätze verloren gingen, wird die dba auch 2005 neue Mitarbeiter einstellen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 hatte die Deutsche BA ihrer Mutter British Airways Jahr für Jahr Verlust gebracht, ehe die sich entschied, ihren teuren Deutschland-Ausflug schnellstmöglich zu beenden. 2003 häuften sich die Negativschlagzeilen: der Ausrutscher auf der Startbahn, Streichung von Flügen mangels Auslastung, Gerüchte um Stellenabbau und das Abblitzen bei der Billig-Fluglinie Easyjet, die einen Kauf der Deutschen BA erwogen hatte. Als Hans Rudolf Wöhrl, Textilunternehmer und Hobby-Pilot, sich im Juni 2003 beim Notar einen Euro lieh, um den symbolischen Kaufpreis an British Airways zu zahlen, ahnte wohl keiner, welch glückliche Wendung das für die Fluglinie bedeutete.<BR><BR>Aus der Deutschen BA machte Wöhrl die dba. Er gab die Devise aus, keine werbeträchtigen Lockangebote im Billigflieger-Stil auf den Markt zu werfen, sondern eine klare Preisstruktur zu schaffen. Und er rang allen Beschäftigten die Zustimmung zu einem 20-prozentigen Gehaltsverzicht ab. Dafür versprach er, selbst keinen Cent zu verdienen, ehe die Gesellschaft Gewinn abwirft. Das kam offenbar an. Er ließ Touristen-Ziele aus dem Netz streichen und setzte auf Pünktlichkeit. Vertrauten gegenüber soll Wöhrl damals gesagt haben, die Chance, dass die Deutsche BA wieder in die Luft komme, liege bei 50 : 50.<BR><BR>Als ein Warnstreik im November 2003 Millionenschäden verursachte, drohte Wöhrl mit seinem Ausstieg. Ernsthaft erwogen dürfte er ihn kaum haben. Schon damals waren die Verluste weiter reduziert als geplant. Und mit dem Jahr 2004 hallten die Erfolgsmeldungen der dba durch das wirtschaftlich depressive Deutschland: Die Beschäftigten bekamen wieder ihr volles Gehalt - wenn auch ihre Zahl von 800 auf 660 gekürzt worden war. Die Bordverpflegung gab es wieder umsonst, auch weil die Abrechnung des Essensverkaufs zu teuer war. Und die Bahn gewann nichts außer Spott, als sie vor Gericht zog, um der Fluglinie den Namen dba zu verbieten. Mit diesem wolle Wöhrl vom "guten Ruf" der Bahn, die sich auch DB abkürzt, profitieren, fabulierte das Unternehmen. Zur selben Zeit deutete sich an, dass Wöhrl im ersten Jahr schaffen würde, was British Airways elf Jahre lang nicht erreicht hatte: Gewinn.<BR><BR>Im September und Oktober verkündete dba einen einstelligen Millionengewinn. Für das Geschäftsjahr 2004/05, das am 31. März endet, erwartet Wöhrl eine "dicke schwarze Null", wie er sagte. Es geht aufwärts. Neue Strecken werden ins Programm genommen, neue Flugzeuge werden gekauft und neue Mitarbeiter angeheuert. Im Herbst stellte dba 50 Menschen ein und zum Jahreswechsel kündigte die Fluggesellschaft an, ihren Personalbestand um weitere 50 aufzustocken. Damit erreicht dba 2005 in etwa den Mitarbeiterstand von Mitte 2003, aber die Linie fliegt auf einem anderen Niveau ins neue Jahr. 

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