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Markus Söder hier im Gespräch mit Gastgeber Franz Xaver Peteranderl beim Sommerempfang der Handwerkskammer.

„Politik sorgt mitunter für Sand im Getriebe“

Defiliermarsch und Kritik für Söder beim Sommerempfang der Handwerkskammer  

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Standesgemäß mit dem Bayerischen Defilliermarsch wurde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwochabend beim Sommerempfang der Handwerkskammer für München und Oberbayern (HWK) empfangen. 

München – Der Marsch – 1850 vom Militärmusiker Adolf Scherzer in Ingolstadt komponiert – gilt traditionell als der Auftrittsmarsch des Ministerpräsidenten. Bayerns Handwerkern sagte Söder in seiner Gastrede „engste Partnerschaft“ zu. Konkret versprach er, sich für eine Reform der Einkommen- und Erbschaftsteuer einzusetzen, Digitalisierung und Breitbandausbau in Bayern voranzutreiben. Auch in Sachen Diesel-Fahrverbote, ein Thema, das die Betriebe weiterhin umtreibt, sagte Söder Unterstützung zu. Wie bei vielen Themen gelte es hier Anreize zu schaffen, statt Verbote auszusprechen, so der Ministerpräsident.

„Ohne Handwerk wäre Bayern nicht so stark, wie es ist“, lobte Söder. Er selbst verstehe sich in mancher Hinsicht als Handwerker, erklärte der Sohn eines Maurermeisters. „Die Stärke des Handwerks ist es, dass es nicht nur redet, sondern Dinge umsetzt. Das ist auch meine Philosophie.“

„Mehr Fokus auf Infrastruktur, weniger auf das Thema Flüchtlinge“

Da dürften ihn die Handwerker beim Wort nehmen. „Mehr Fokus auf Infrastruktur, weniger auf das Thema Flüchtlinge – auch wenn das natürlich wichtig ist“, mahnte Franz Xaver Peteranderl, Präsident der HWK für München und Oberbayern an. Noch stehe die deutsche Wirtschaft und vor allem das Handwerk wie ein Fels da. „Oberbayerns Handwerksbetriebe konnten das erste Halbjahr 2018 hervorragend abschließen“, so Peteranderl. Doch die erfreuliche Entwicklung sei kein Selbstläufer. Aufgabe der Politik sei es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, betonte der HWK-Präsident. „Leider haben viele unsere Betriebe den Eindruck, dass die Politik mitunter eher für Sand im Getriebe sorgt.“ Nicht nur in der Fußballnationalmannschaft müsse das Zusammenspiel wieder besser werden.

Politikern, Unternehmern und Funktionären auf der Gästeliste – unter anderem Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, DEHOGA-Chefin Angela Inselkammer, IHK-Präsident Eberhard Sasse und Münchens Zweiter Bürgermeister Josef Schmid.

Lesen Sie auch: Er ist ein Mann des Wahlkampfs, der Begegnung - und der sprechenden Fotos. Jetzt ist Markus Söder aber ein Schnappschuss auf die Füße gefallen. Und das sogar zu Unrecht.

Manuela Dollinger

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