Defizit-Tricks: Es wird sehr hart für Athen

- Athen - Das Haushaltsdefizit in Griechenland ist womöglich völlig außer Kontrolle geraten. Jahrelang hat die Regierung offenbar zu niedrige Defizite nach Brüssel gemeldet und damit das Ausmaß der Neuverschuldung systematisch verschleiert. Jetzt will die neue konservative griechische Regierung ein umfangreiches Sparprogramm starten. Ziel ist es, das Defizit, das derzeit unter anderem wegen der Olympischen Spiele bei 5,3 Prozent liegt, bis Ende nächsten Jahres auf drei Prozent zu drücken. Dies ist im EU-Stabilitätspakt die Höchstgrenze.

<P>Die Hinweise auf Tricksereien der griechischen Sozialisten, die im März 2004 die Regierungsverantwortung verloren, haben indes zu harschen Reaktionen von konservativen EU-Abgeordneten geführt. Bewahrheite sich der Verdacht, hat Griechenland seit dem Euro-Beitritt 2001 jedes Jahr eklatant gegen die Haushaltskriterien verstoßen, sagte der Europaparlamentarier Alexander Radwan (CSU): "Das hat eine verheerende Wirkung auf den gesamten Euro-Raum."<BR><BR>Um die wahre Haushaltslage Griechenlands transparent zu machen, müsse die Kommission die "mit Wachstumshormonen behandelten Haushaltszahlen aus Athen" auch aus den Jahren vor 2000 prüfen, forderte Radwan. Es habe sich gezeigt, dass der Beitritt Griechenlands zur Währungsunion überhastet gewesen sei. Im Hinblick auf die neuen Euro-Kandidatenländer meinte der oberbayerische Abgeordnete, jetzt müsse umso mehr darauf geachtet werden, dass alle Kriterien "ohne Wenn und Aber" erfüllt werden. "Sonst fliegt uns die Währungsunion um die Ohren."<BR><BR>In den kommenden Tagen wird nach Informationen aus Kreisen des griechischen Wirtschaftsministeriums ein Bericht der EU-Statistikbehörde Eurostat erwartet. Er werde "sehr hart für Athen sein", heißt es hinter vorgehaltener Hand.<BR></P><P> </P>

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