Logo des Lieferdienst-Giganten Delivery Hero an einer Wand der Zentrale: Im Jahr 2020 stieg das Unternehmen in den Deutschen Aktienindex (Dax) auf
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Logo des Lieferdienst-Giganten Delivery Hero an einer Wand der Zentrale: Im Jahr 2020 stieg das Unternehmen in den Deutschen Aktienindex (Dax) auf.

Millionenschweres Jahresgehalt

Delivery Hero: Wachstumstreiber Corona - Chef von deutschem Lieferdienst erhält irres Einkommen

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Essen über das Internet nach Hause bestellen: Dieses Geschäftsmodell hat Delivery Hero im Jahr 2020 ein imposantes Wachstum beschert. Der Chef konnte sein Einkommen vervielfachen.

Berlin/München - 2011 hatte er das Unternehmen gegründet, mittlerweile hat Niklas Östberg einen raketenhaften Aufstieg zum Multimillionär hingelegt. Aufgrund eines überaus erfolgreichen Geschäftsjahres 2020 konnte der CEO des Lieferdienst-Imperiums Delivery Hero eine Vergütung in Höhe von 45,7 Millionen Euro einstreichen.

Delivery Hero: Chef verkauft Aktienoptionen und kassiert Millionen

Wie groß der Einkommenssprung ist, zeigt das Jahr zuvor: 2019 betrug das Gehalt des Geschäftsführers der börsennotierten Delivery Hero SE noch 350.000 Euro, dem Vernehmen nach das eigentliche Fixgehalt. Was ist geschehen, dass sich das Einkommen des Gründers innerhalb eines Jahres so massiv vervielfacht hat? Die Antwort: Aktienoptionen.

Wie Östberg der Süddeutschen Zeitung erklärte, sei die Riesensumme entstanden, weil seine Firma ein enorm starkes Wachstum hinlegte: „Das sind vor allem Optionen, die sieben und acht Jahre alt sind, die ich erhalten habe, als Delivery Hero noch sehr klein war“, führt der 40-Jährige aus.

Die Optionen auf die Wertpapiere musste der gebürtige Schwede angeblich einlösen - weil sie andernfalls verfallen wären. „Ich hätte die Optionen auch früher verkaufen können, aber ich glaube eben an das Unternehmen“, ließ er gegenüber der SZ wissen. Östberg avancierte damit nach Linde-Chef Steve Angel zum bestverdienenden Chef eines Unternehmens aus dem Deutschen Aktienindex (DAX).

Delivery Hero: Mega-Profit dank Lieferdienste in Corona-Zeiten

Zwei wegweisende Faktoren spielten dabei eine Rolle: der Sprung in die Riege der DAX-notierten Unternehmen im Sommer 2020, als das Unternehmen aus Berlin den Platz des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard einnahm. Möglich wurde das erst, weil Delivery Hero von politischen Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie profitierte - und das weltweit. Schließlich waren Restaurantbesuche plötzlich nicht mehr möglich - und noch nie wurde so viel Essen nach Hause geliefert, wie im vergangenen Jahr:

Erwähnen muss man in diesem Zusammenhang, dass Delivery Hero schon vor Corona ein starkes Wachstum hinlegte und mit mehreren Tausend Arbeitnehmern in zahlreichen Ländern aktiv war. In dem Interview erklärte Niklas Östberg zudem, drei Viertel seines für 2020 erhaltenen Jahressalärs neuerlich in Aktienpakete gesteckt zu haben.

Delivery Hero schockt Lieferando: Rückkehr mit Foodpanda nach Deutschland

Vom heimischen deutschen Markt hatte sich Delivery Hero übrigens Ende 2018 verabschiedet, nachdem das hiesige Geschäft verkauft wurde. Doch das wird sich bald wieder ändern: CEO Östberg hatte kürzlich bekannt gegeben, dass man auch in Deutschland wieder Essen ausliefern möchte - mit der asiatischen Marke Foodpanda, die sich seit 2016 im Portfolio befindet.

Der Schritt ist eine Kampfansage an Lieferando. Dessen Betreiber Just Eat Takeaway war es, dem man erst vor knapp zweieinhalb Jahren das Geschäft auf dem deutschen Markt veräußerte. Beide Lieferdienst-Giganten wollen unterdessen auch mit der Belieferung von Lebensmitteln nach Hause weiter wachsen. (PF)

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