Delphi übernimmt Autoradiosparte von Grundig für 58 Millionen Euro

- Nürnberg - Mit der Übernahme der Autoradiosparte des insolventen Elektronikherstellers Grundig will der weltgrößte Autozulieferer Delphi seine europäische Marktposition ausbauen. Alle 1000 Mitarbeiter in Nürnberg und im portugiesischen Braga würden übernommen, teilte Delphi in Nürnberg mit.

<P>Das US-Unternehmen Delphi zahlt für die Grundig Car Intermedia Systems (CIS) 58 Millionen Euro. Grundig-Insolvenzverwalter Siegfried Beck nannte die Übernahme ein wichtiges Etappenziel im laufenden Insolvenzverfahren.</P><P>Der Kaufpreis umfasst 55 Millionen Euro in bar und die Übernahme der Nettoschulden. Grundig Car Intermedia Systems stellt Audiosysteme, Telematik-Lösungen und Unterhaltungselektronik für Fahrzeuge her und erzielte 2002 einen Umsatz von 180 Millionen Euro. In Nürnberg sind in Entwicklung und Vertrieb 250 Menschen beschäftigt, im Werk Braga 750.</P><P>Delphi Corporation gab seinen Umsatz für 2002 mit 27,4 Milliarden US-Dollar an. Die Übernahme stärke die Marktposition von Delphi bei Elektronik-Produkten in Europa und verbreitere die Kundenbasis, sagte der Vizepräsident der Delphi Corporation (Troy/Michigan), Jeffrey Owens. Rainer Hermeling, Chef der Delphi Delco Electronics Europe GmbH (Wuppertal), sagte, Delphi werde sein europäisches Zentrum für "Infotainment" in Nürnberg betreiben. Der Name Grundig bleibe bestehen. "Wir wollen diese Marke pflegen und erhalten", sagte Hermeling.</P><P>Insolvenzverwalter Siegfried Beck sagte, die Übernahme nach "sehr fairen Verhandlungen" gebe den Beschäftigten eine gute Perspektive. Der Kaufpreis sei bereits bezahlt. "Der Deal ist perfekt." CIS werde eigenständig weiter existieren. Der Standort Nürnberg sei auf Dauer gesichert. Der US-Konzern gab nach Angaben einer Delphi-Sprecherin eine Bestandsgarantie für die beiden Standorte in Nürnberg und Braga ab. "Eines der Herzstücke des Grundig-Konzerns bleibt unversehrt erhalten", sagte Beck. Für den problematischen Bereich Home Intermedia System (HIS) für Fernsehgeräte gebe es vier potenzielle Investoren. Die Gespräche könnten nun zügig weitergehen.<BR>.<BR></P>

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