Delta und Northwest: USA schmieden neuen Luftfahrt-Giganten

Atlanta/ Frankfurt - Großfusion in der US-Luftfahrtbranche: Die Fluggesellschaften Delta und Northwest wollen sich zur größten Airline der Welt zusammenschließen.

Durch die Fusion entsteht laut Delta Air Lines ein Unternehmen mit einem Wert von 17,7 Milliarden Dollar (11,15 Milliarden Euro), einem Umsatz von mehr als 35 Milliarden Dollar, einem Passagiervolumen von knapp 140 Millionen und rund 80 000 Mitarbeitern. Den bisherigen Branchenprimus American Airlines mit rund 99,8 Millionen Passagieren im Jahr würde man von Rang eins verdrängen.

Die Mega-Fusion der US-Fluggesellschaften wirbelt auch den europäischen Luftfahrtmarkt weiter auf. Die Schaffung von riesigen Airlines setzt nach Ansicht von Experten auch kleine europäische Fluggesellschaften mehr unter Druck, sich zusammenzuschließen. Fusionen sollen da dank Milliardeneinsparungen Rettung bringen. Statt einer "Liebesheirat" sprechen dennoch viele Experten im Fall Delta-Northwest eher von einer "Problem-Ehe". Größe allein sei kein Erfolgsgarant.

Die Lufthansa etwa fliegt mit weniger Passagieren viel profitabler. Und nach Umsatz ist Air France-KLM Weltspitze. Finanziell ist der Ticketpreis wichtiger als Passagierrekorde.

Das größte Problem an Bord der neuen Delta könnten ausgerechnet die Piloten werden, die sich nicht auf ein gemeinsames Gehaltssystem einigen konnten.

In Deutschland richtet sich der Blick nun auf die Expansionspläne der Lufthansa. Ihr droht in den nächsten Jahren möglicherweise eine stärkere Konkurrenz auf der wichtigen Nordatlantikstrecke. Für die Verbraucher könnte der Wettbewerb indes zu mehr Angebot und niedrigeren Preisen führen.

"Es ist wahrscheinlich, dass es auch in Europa weitere Fusionen geben wird", sagt etwa die Präsidentin des Airline-Verbandes Barig, Christine Alig. Kurzfristige Folgen des neuen Bündnisses in den USA sieht sie allerdings nicht. "Beide Gesellschaften sind in Deutschland schon gut vertreten", sagt Alig. "Fusionen brauchen erst mal eine gewisse Zeit, bis sie sich etabliert haben."

Langfristig werde die Luftfahrt aber expandieren - und da sei es gut möglich, dass in einigen Jahren deutlich mehr Direktflüge in die USA angeboten werden. Konkret haben derzeit aber weder Delta noch Northwest Pläne, das Angebot aus Deutschland heraus zu erweitern. Delta fliegt in diesem Sommer neben Frankfurt und München auch Stuttgart, Düsseldorf und Berlin täglich an. Auch bei Northwest, die täglich Frankfurt und Düsseldorf anfliegt, gibt es derzeit keine Expansionspläne auf der Strecke nach Deutschland.

Die Lufthansa, die die Fusion der Konkurrenten nicht kommentieren wollte, hatte für den Sommer dagegen deutlich erweiterte Kapazitäten über den Nordatlantik angekündigt.

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