"Der Wettbewerb funktioniert"

- Berlin - Die Stromindustrie hat den Vorwurf von Politik und Verbraucherschützern zurückgewiesen, in der Branche gebe es zu wenig Wettbewerb. "Der Wettbewerb in Deutschland funktioniert und gewinnt immer mehr an Fahrt."

"Fast die Hälfte der bis 2012 geplanten Investitionen in deutsche Kraftwerke stammt von neuen Anbietern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller. Er warnte die Politik davor, das "Rad der Liberalisierung" zurückzudrehen.

Würde eine staatliche Deckelung bei den Erzeugungskosten eingeführt, wären die neuen Betreiber gegenüber der etablierten Konkurrenz nicht wettbewerbsfähig. Nach Angaben des VDEW sind fast 50 Prozent der Investoren, die neue Kraftwerke bauen, bisher noch nicht als Stromerzeuger in Deutschland aktiv gewesen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will dagegen das Kartellrecht verschärfen und nach den Strom- und Gasnetzen auch die Stromerzeugung in den Kraftwerken kritischer unter die Lupe nehmen. Er wirft den großen vier Versorgern E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall einen Missbrauch ihrer Marktmacht und Preistreiberei vor. Deren Marktanteil an den Kraftwerkskapazitäten wird auf 80 bis 90 Prozent geschätzt. Glos bemängelt auch, dass neue Kraftwerksanbieter behindert würden, ihren Strom in die Netze einzuspeisen.

Nach VDEW-Informationen kommt rund ein Viertel der Investoren aus dem Ausland. Aber auch Stadtwerke und Mittelständler würden sich zunehmend engagieren. In einer gemeinsam mit Ernst & Young erstellten Studie heißt es, über ein Viertel der deutschen Stadtwerke plane zur Zeit, ein eigenes Kraftwerk zu bauen oder sich an einem Kraftwerks- Neubau zu beteiligen. Insgesamt will die Branche bis 2012 die Kraftwerkskapazitäten um rund 21 000 Megawatt erweitern. 2004 betrug die deutsche Kraftwerksleistung rund 129 000 Megawatt.

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