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Die ehrgeizige Wüstenstrom-Initiative deutscher Unternehmen hat schon einige Rückschläge verkraften müssen. Jetzt wenden sich zwei weitere Gesellschafter aus Deutschland ab.

Eon und HSH Nordbank ziehen sich zurück

Desertec verliert zwei weitere Gesellschafter

Berlin - Die ehrgeizige Wüstenstrom-Initiative deutscher Unternehmen hat schon einige Rückschläge verkraften müssen. Jetzt wenden sich zwei weitere Gesellschafter aus Deutschland ab.

Das Wüstenstrom-Projekt Desertec verliert zwei weitere Gesellschafter: Deutschlands größter Energiekonzern Eon will sich aus dem Gesellschafterkreis der Industrieinitiative Dii zurückziehen, die HSH Nordbank hat sich bereits zum Jahreswechsel verabschiedet. Sprecher des Unternehmens und der Bank bestätigten am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ/Freitag). Mit Desertec soll Sonnen- und Windkraft in Nordafrika und im Nahen Osten produziert und zum Teil auch nach Europa exportiert werden. Zum Start der ambitionierten Initiative war von Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe über Jahrzehnte die Rede.

Der Eon-Sprecher sagte, der Ende 2014 auslaufende Kooperationsvertrag werde nicht verlängert. Das Unternehmen wolle sich wieder ausschließlich auf eigene Vorhaben konzentrieren und dabei auch die Entwicklung der Märkte im Bereich Erneuerbarer Energien in Afrika und im Mittleren Osten mit Interesse verfolgen. Eon hatte das Desertec-Projekt seit 2009 als Gründungsmitglied personell und finanziell intensiv unterstützt. Die HSH Nordbank erklärte: „Diese Entscheidung ist vor dem Hintergrund der Konzentration unserer Aktivitäten bei erneuerbaren Energien auf Europa im Zuge der EU-Entscheidung gefallen. Der Idee und der Dii bleiben wir weiter verbunden.“

Ein Dii-Sprecher räumte ein, dass die Nachrichten nicht schön seien, doch habe es immer einmal wieder Veränderungen im Gesellschafterkreis gegeben. So hatten sich auch die beiden Schwergewichte Siemens und Bosch, die mittlerweile beide ihre Solar-Aktivitäten beendet haben, bereits Ende 2012 aus dem Dii-Gesellschafterkreis verabschiedet. Der Sprecher betonte aber: „Es gibt keinen Exodus der deutschen Unternehmen.“ Vielmehr sei die Initiative internationaler geworden und deutsche Firmen machten noch immer einen „guten Anteil“ aus. Zuletzt habe man beispielsweise die State Grid Company of China als wichtigen Gesellschafter für das Projekt gewonnen, sagte der Dii-Sprecher.

Die Initiative kämpft aber schon lange mit Problemen. Vor knapp einem Jahr hatte die Wüstenstrom-Stiftung Desertec nach einem heftigen Streit ihre Zusammenarbeit mit der Industrieinitiative Dii beendet und dies mit „unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten“ über die künftige Strategie begründet. Die Dii kündigte daraufhin an, das Wüstenstrom-Projekt trotzdem weiter voranzutreiben.

Nach SZ-Informationen prüfen zudem weitere Unternehmen, ob sie sich künftig noch beteiligen. Damit drohe die Gesellschaft, an Schlagkraft zu verlieren, hieß es in dem Bericht. Ein „Aus“ der Initiative gelte allerdings als unwahrscheinlich. Der Dii-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

dpa

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