Detektive: Mitarbeiter-Überwachung größter Umsatzbringer

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Hamburg (dpa) - Die Überwachung von Mitarbeitern ist der wichtigste Umsatzbringer für deutsche Wirtschaftsdetektive: "60 bis 70 Prozent aller Aufträge aus der Wirtschaft zielen auf das Verhalten der Mitarbeiter."

Dies sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Detektive, Hans Sturhan, der "Welt am Sonntag". Die Überwachung von Angestellten mit Minikameras, Peilsendern und eingeschleusten Mitarbeitern sei der mit Abstand wichtigste Umsatzfaktor der Branche. Warendiebstahl und Untreue seien die Hauptgründe, warum Unternehmen Detektive auf Mitarbeiter ansetzten.

Zugleich distanzieren sich die Detektive von den systematischen Bespitzelungen beim Discounter Lidl, die von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma durchgeführt worden seien. "Dort wurden fachfremd Kaufhausdetektive eingesetzt, die für die Überwachung von Mitarbeiterin weder qualifiziert noch berechtigt sind", sagte Sturhan. Das erkläre auch die Verstöße gegen den Datenschutz. Das Filmen mit versteckt angebrachten Kameras sei zwar ein gängiges Mittel zur Observierung von Angestellten. "Doch eine heimliche Videoüberwachung ist nur zulässig, wenn ein Anfangsverdacht besteht und die Überwachung räumlich und zeitlich begrenzt ist."

Inzwischen hatte sich auch Lidl von den Überwachsungsmethoden der Detektive distanziert und den Verzicht auf Videoüberwachung in den Geschäften angekündigt.

In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 1500 Detekteien mit gut 4000 Ermittlern. 3000 von ihnen seien vornehmlich oder ausschließlich im Auftrag der Wirtschaft tätig. Die Branche setze im Jahr rund 220 Millionen Euro um.

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