+
Riesige Schäden verursachte im Juni ein Hochwasser in Texas.

Bilanz für erstes Halbjahr 2016

Deutlich höhere Schäden durch Naturkatastrophen

München - Die Versicherer verbuchen Schäden in Höhe von rund 63 Milliarden Euro: Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr weltweit deutlich mehr Schaden angerichtet als im Vorjahreszeitraum. 

Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen haben im ersten Halbjahr weltweit deutlich höhere Schäden angerichtet als im Vorjahr. 3800 Menschen kamen ums Leben und damit weitaus weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag in München mitteilte. Damals waren 21 000 Menschen bei Naturkatastrophen gestorben.

Neben mehreren Erdbeben in Japan und Ecuador gehörten die Unwetter in Europa und den USA sowie Waldbrände in Kanada zu den folgenschwersten Katastrophen. Die Gesamtschäden summierten sich in den ersten sechs Monaten auf 70 Milliarden Dollar (rund 63 Mrd Euro), davon waren 27 Milliarden Dollar versichert. Im Vorjahreszeitraum hatte es insgesamt Schäden von 59 Milliarden Dollar gegeben.

Die Ereignisse zeigten, wie wichtig Schadenprävention sei, erklärte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. „Eine gute Nachricht ist, dass durch bessere Baustandards und kluges Vorgehen der Katastrophenhelfer und Behörden Menschen heute schon besser geschützt werden als früher.“

Die Unwetterserie in Europa im Mai und Juni schlug mit insgesamt 5,4 Milliarden Euro zu Buche, davon machten die Schäden durch die schweren Überschwemmungen in Deutschland fast die Hälfte aus. Für 1,2 Milliarden Euro der Schäden in Deutschland kamen die Versicherer auf. Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas seien in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden, erklärte Munich-Re-Experte Peter Höppe. „Daran dürfte der Klimawandel einen Anteil haben.“

Auch das ausklingende Klimaphänomen El Niño prägte die Halbjahresbilanz: Es begünstigte Trockenheit und Hitze und war so mitverantwortlich für die Waldbrände in Kanada ebenso wie für Unwetterserien in Texas, die Milliardenschäden nach sich zogen, wie Höppe erläuterte. „Auch das Ausbleiben von tropischen Wirbelstürmen im Nordwestpazifik bis zur Jahresmitte dürfte davon beeinflusst worden sein.“

Die höchsten Schäden von insgesamt 25 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr verursachten im April zwei Erdbeben auf der südjapanischen Insel Kyushu nahe der Stadt Kumamoto. 69 Menschen starben, Zehntausende weitere mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Weil in der Region nur relativ wenige Menschen gegen Erdbebenrisiken versichert sind, waren lediglich knapp 6 Milliarden Dollar der Schäden durch Versicherungen gedeckt.

Die meisten Todesopfer forderte im ersten Halbjahr ein Erdbeben an der Pazifikküste von Ecuador. Dabei kamen fast 700 Menschen ums Leben, zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Dächer von Einkaufszentren stürzten ein. Von den 2,5 Milliarden Dollar Schaden war nach Angaben der Munich Re auch hier nur ein geringer Anteil versichert, nämlich rund 400 Millionen Dollar.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ostdeutsche Tarifbeschäftigte arbeiten eine Stunde länger
27 Jahre nach der Einheit müssen Tarifbeschäftigte in Ostdeutschland immer noch länger arbeiten als im Westen. Die 35-Stunden-Woche kennen die meisten nur vom Hörensagen.
Ostdeutsche Tarifbeschäftigte arbeiten eine Stunde länger
Analysten erwarten Gewinnsprung bei BASF-Quartalszahlen
Ludwigshafen (dpa) - Der Chemieriese BASF berichtet heute über das zweite Quartal 2017. Nach Einschätzung von Analysten geht das Jahr für den weltgrößten Chemiekonzern …
Analysten erwarten Gewinnsprung bei BASF-Quartalszahlen
GfK veröffentlicht Daten zur Konsumstimmung in Deutschland
Nürnberg (dpa) - Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg legt heute ihre aktuellen Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland vor. Beobachter gehen …
GfK veröffentlicht Daten zur Konsumstimmung in Deutschland
Airbus-Zwischenbilanz: Sorgen um A380-Zukunft
Toulouse (dpa) - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus legt inmitten von Sorgen um den Riesenflieger A380 heute seine Zwischenbilanz für das zweite …
Airbus-Zwischenbilanz: Sorgen um A380-Zukunft

Kommentare