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Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe.

Bertelsmann: Weniger Gewinn - Börsengang geplant

Berlin - Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften müssen. Finanziellen Spielraum könnte der Konzern durch einen Börsengang erlangen.

Der neue Bertelsmann-Chef Thomas Rabe will Europas größten Medienkonzern nach jahrelanger Stagnation wieder auf Wachstum trimmen. “Vorrangiges Ziel ist es, das Unternehmen wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufzustellen“, sagte der Manager am Mittwoch in Berlin bei der Präsentation der Konzernbilanz 2011.

Dazu beitragen soll die Erschließung neuer Geschäftsfelder etwa im Bildungsbereich sowie die Expansion des Konzerns in die Wachstumsregionen der Welt wie China, Indien und Brasilien. Außerdem soll die digitale Transformation der Kerngeschäftsfelder des Konzern vom TV bis zu den Buchverlagen vorangetrieben werden. Der Umbau des Konzerns werde fünf bis zehn Jahre in Anspruch nehmen, sagte Rabe.

Um sich zusätzlichen finanziellen Spielraum für die geplante Wachstumsoffensive zu verschaffen, plant der Medienkonzern einen Wechsel der Rechtsform. Rabe kündigte an, der Konzern werde bis Ende Juni von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt.

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Dies eröffne dem Konzern die Möglichkeit, auch größere Investitionen zu stemmen, sagte Rabe. Denn es erlaube die Aufnahme neuer Gesellschafter oder sogar einen Börsengang, ohne den Einfluss der Familie Mohn oder der Bertelsmann-Stiftung auf die Konzernlenkung zu verwässern.

Im vergangenen Jahr musste Bertelsmann einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Konzernergebnis verringerte sich um 6,7 Prozent auf 612 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür waren nach Angaben des Managers vor allem Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen im Druckbereich, bei der Herstellung von CDs und DVDs sowie im Direktmarketing, die zu Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe führten.

Der Umsatz des Konzerns aus fortgeführten Aktivitäten stieg dagegen um 1,2 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Rabe betonte, das vergleichsweise geringe Wachstum habe seine Ursache vor allem darin, dass der Konzern nach wie vor 80 Prozent seines Umsatzes im wachstumsarmen Europa und in reifen Märkten mache. Hier werde erst die neue Konzernstrategie durchgreifende Änderungen bringen.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem moderaten Umsatzanstieg und einem höheren Konzernergebnis als 2011.

dapd

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