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Deutsch-französische Kooperation bei Wüstenstrom

Brüssel - Beim Prestigeprojekt Desertec für Solarstrom aus der Wüste arbeiten deutsche und französische Unternehmen künftig Hand in Hand. Die Politik begrüßt die Initiative.

Die deutsche Industrie-Initiative Desertec (Dii) unterzeichnete am Donnerstag in Brüssel eine Absichtserklärung mit “Medgrid“, einer Gruppe von 20 französischen Firmen. Das teilte die EU-Kommission am Rande des Treffens der EU-Energieminister in Brüssel mit.

Darin vereinbaren die Unternehmen, enger zu kooperieren, Informationen auszutauschen, Synergien zu nutzen und sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Nordafrika einzusetzen. Zu den Dii-Gründungsmitgliedern zählen der weltgrößte Rückversicherer Munich Re, die Deutsche Bank, die Energiekonzerne Eon und RWE sowie die Technologiespezialisten Siemens und ABB.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger begrüßte die Vereinbarung, die europäische Dimension habe: “Es gibt nun eine konkrete Perspektive für die Produktion von Solar- und Windenergie zum Nutzen der Bürger in Europa, Nordafrika und im Nahen Osten.“

Finanzierung als Knackpunkt

Ziel von Desertec ist es, Strom aus Wind- und Solarenergie in den Wüstengebieten der arabischen Staaten zu produzieren. Diese Energie soll dann lokal genutzt oder nach Europa exportiert werden. Bis 2050 sollen die Anlagen rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs produzieren, die dann über Fernleitungen transportiert werden. Einen Schub erhielt das Projekt durch die deutsche Entscheidung für einen Ausstieg aus der Kernenergie.

Die Gruppe französischer Unternehmen - darunter der Energieriese EDF - will die Verlegung von Kabeln unter dem Mittelmeer für den Transport von Wüsten-Solarstrom nach Europa prüfen. Das erste Dii-Solarkraftwerk mit einer Kapazität von 500 Megawatt entsteht in Marokko, mit dem Bau wird wahrscheinlich 2012 begonnen.

Ein Knackpunkt ist die Finanzierung. Nach einem Dii-Szenario könnten bis 2050 rund 400 Milliarden Euro in Wüstenstrom-Projekte gesteckt werden. Da bisher die Kosten für die Stromgewinnung mittels Solarthermie und Photovoltaik noch über Marktniveau liegen, dürfte Desertec zunächst auf staatliche Subventionen in Form von Anreizprogrammen angewiesen sein. Für Pilotprojekte stellt die EU-Kommission Fördergelder in Aussicht.

dpa

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