Deutsche Aktien schwächer

Frankfurt - Die deutschen Aktienindizes sind am Donnerstag nach freundlichem Start schnell in die Verlustzone gedreht. Der Leitindex DAX verlor am Mittag 0,89 Prozent auf 7.714,11 Punkte. Der MDAX der mittelgroßen Werte gab 2,24 Prozent auf 9.769,2 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDAX sackte um 1,99 Prozent auf 968,55 Zähler ab.

Der deutsche Markt entwickele sich einigen Tagen wieder zunehmend im Einklang mit dem US-Markt, sagten Händler. Dies gelte umso mehr, als die Berichtssaison in Deutschland langsam auslaufe und von dieser Seite kaum mehr Impulse kämen. Die Vorgaben waren negativ: Sowohl der Dow Jones an der Wall Street als auch der Nikkei in Tokio gingen etwas schwächer aus der Sitzung. Am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten neue Impulse liefern.

Infineon-Aktien verloren nach Kursgewinnen am Vortag 3,58 Prozent auf 9,16 Euro. Grund waren laut Händlern einige negative Analystenkommentare: So hat ABN Amro die Aktien von "Buy" auf "Hold" abgestuft, Lehman und Citigroup senkten ihre Kursziele ab. Zudem gebe es nach der Erholung am Vortag auch einige Gewinnmitnahmen.

Aktien der Norddeutschen Affinerie (NA) verloren im MDAX 2,80 Prozent auf 23,64 Euro und setzten damit ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage fort. "Der Weggang von CEO Werner Marnette liegt einigen doch schwer im Magen. Auch herrscht weiter Unklarheit, wie es mit der geplanten Cumerio-Übernahme weitergehen soll", sagte ein Händler. Zudem habe A-TEC Industries schwache Zahlen vorgelegt

Im TecDAX gewannen Freenet 0,17 Prozent auf 17,90 Euro. Mit dem Quartalsbericht hat das Unternehmen die Erwartungen von Analysten weitgehend verfehlt. Das Ergebnis sei wie erwartet nicht berauschend ausgefallen, bestätigte Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim. Positiv seien die guten Kundenzahlen. Commerzbank-Analystin Heike Pauls sagte, das Management sei derzeit mit strategischen Überlegungen beschäftigt sei. Insofern seien die Zahlen "ok".

Am Vortag hatten Drillisch und United Internet mitgeteilt, dass sie Gespräche über eine strategische Partnerschaft mit Freenet aufgenommen haben. Freenet-Vorstand Eckhard Spoerr zeigte sich offen für einen Zusammenschluss mit United Internet. Drillisch gewannen 2,78 Prozent auf 7,40 Euro, United Internet verloren 2,04 Prozent auf 16,35 Euro vor.

EPCOS begaben sich nach der Vorlage endgültiger Zahlen auf Berg- und Talfahrt. Zuletzt verloren die Aktien des Bauelemente-Spezialisten 0,24 Prozent auf 12,28 Euro. Händler begrüßten den Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr - die Zahlen seien unterdessen wie erwartet ausgefallen.

Wacker Construction brachen im SDAX nach der Vorlage von Zahlen ein und verloren 12,15 Prozent auf 14,75 Euro. Händlern zufolge sorgte neben den wenig "spannenden" Zahlen vor allem die Konsolidierung von Neuson Kramer sowie der dadurch etwas undurchsichtige Ausblick für Verwirrung.

Unterdessen ist auch der erste "Bauernhof" an der Börse gestartet: KTG Agrar gaben ein druchwachsenes Debüt. Die Aktien des Landwirtschaftsunternehmens starteten auf Xetra zwar mit einem ersten Kurs von 17,63 Euro und lagen damit über dem Ausgabepreis von 17,50 Euro. Dann rutschten sie allerdings etwas ab und lagen zuletzt bei 16,95 Euro. (dpa)

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