Deutsche Aktien starten mit Verlusten

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Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch nach leicht negativen Vorgaben aus Japan und den USA etwas schwächer in den Handel gestartet. Der Leitindex DAX verlor in den ersten Handelsminuten 0,73 Prozent auf 6.722,20 Punkte und weitete damit seine Kursverluste vom Vortag aus.

Der MDAX mittelgroßer Werte sank um 0,59 Prozent auf 8.886,02 Zähler. Der TecDAX stand mit 0,76 Prozent im Minus bei 808,24 Punkten. Der Dow Jones (DJIA) war am Dienstag mit minus 0,29 Prozent aus einer leichteren Sitzung gegangen - der Future auf den US-Leitindex lag am Morgen 34 Punkte unter dem Stand zum Xetra-Schluss vom Dienstag. In Asien schloss der Nikkei-225-Index 1,05 Prozent tiefer.

Unter den Einzelwerten stehen Aktien von Deutsche Post nach einer Gewinnwarnung des US-Wettbewerbers United Parcel Service (UPS) ebenso im Fokus wie der Ausblick von Nordex.

Mit einem Minus von 2,63 Prozent auf 19,99 Euro fielen Deutsche-Post-Titel ans DAX-Ende. UPS hat wegen eines sich abschwächenden Geschäfts und aufgrund "signifikant höherer Treibstoffkosten" die Gewinnprognosen für das erste Quartal gesenkt. Ein Händler sagte: "Das hat Post-Aktien unter Druck gesetzt. Zum einen stellt sich die Frage, inwieweit diese Probleme auch den deutschen Logistiker belasten. Vor allem stellt sich aber erneut die Frage nach dem US-Geschäft als einem neuralgischen Punkt bei der Deutschen Post."

Auch die Papiere der Post-Tochter Postbank gerieten unter Druck und verloren 2,03 Prozent auf 57,50 Euro. Die Kommunikationsgewerkschaft DPV hat laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vor rechtlichen Problemen beim möglichen Verkauf des Finanzinstituts gewarnt. Sollte das Institut in einer anderen Bank aufgehen, drohten sogar Konflikte mit dem Grundgesetz, zitiert die Zeitung aus einem DPV-Brief an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Die Aktien von Infineon Technologies hingegen gewannen gegen den negativen Trend 0,42 Prozent auf 4,76 Euro. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, wonach der japanische Speicherchiphersteller Elpida seine Preise für DRAM-Bausteine um fünf bis zehn Prozent angehoben habe. Am Vortag noch seien die Aktien von Halbleiterherstellern nach schwindenden Hoffnungen auf steigende DRAM-Preise unter Druck geraten. Die positiven Nachrichten aus Japan hätten den Infineon-Titeln nun geholfen, einen Teil der Verluste wieder wett zumachen, sagten Händler.

Im MDAX zählten Celesio-Papiere mit einem Abschlag von 2,13 Prozent auf 29,85 Euro zu den größten Verlierern. Die Drogeriemarktkette dm steht vor dem Einstieg in den bundesweiten Verkauf von Medikamenten. "Im Sommer wird es erste Pharmapunkte in unseren Geschäften außerhalb von Nordrhein-Westfalen geben", kündigte dm-Geschäftsführerin Petra Schäfer in "Die Welt" an. Ein Händler kommentierte: "In den vergangenen Monaten ist dm bereits zu einem Wettbewerber für Celesio geworden".

Die Aktien von Conergy fielen indes nach endgültigen Zahlen mit minus 5,81 Prozent auf 13,45 Euro ans TecDAX-Ende. Auf den ersten Blick gibt es einem Börsianer zufolge keine Überraschungen, wobei der Verlust etwas höher als zuvor gemeldet ausgefallen sei. Ein Händler sagte: "Der nochmal höhere Verlust in den Vorjahren hat für etwas Unmut gesorgt und man fragt sich, wo die Hiobsbotschaften ein Ende finden - derzeit sehe ich keinen Grund, hier zu investieren." Der Solarkonzern selber sieht sich bei der Neuausrichtung im Plan. "Bis zum vierten Quartal wollen wir die Reorganisation abschließen", sagte Vorstandschef Dieter Ammer am Mittwoch in Frankfurt der Finanz -Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Nordex-Titel gewannen dagegen an der Index-Spitze 4,14 Prozent auf 25,92 Euro. Der Windkraftanlagen-Bauer erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatzschub. Zugleich will Nordex seine Rentabilität verbessern. Außerhalb der großen Indizes sackten die im SDAX notierten Aktien von Escada wegen abnehmender Übernahmefantasie um 7,86 Prozent auf 14,65 Euro ab. Laut "Süddeutsche Zeitung" hat die Beteiligungsfirma Apax die Idee aufgegeben, den Modekonzern zu übernehmen.

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