Deutsche Aktien verlieren

Frankfurt - Am deutschen Aktienmarkt haben Anleger heute Gewinne mitgenommen. Die großen Aktienindizes verzeichneten Kursverluste. So gab der DAX bis zum Mittag 1,05 Prozent auf 8.019,68 Zähler ab. Für den MDAX mittelgroßer Werte ging es um 1,20 Prozent auf 11.229,02 Punkte nach unten. Der TecDAX gab 0,75 Prozent auf 954,88 Zähler ab.

Die Vorgaben waren zuvor leicht negativ ausgefallen: In den USA hatte der Leitindex Dow Jones im späten Handel am Vorabend zwar gut behauptet geschlossen, im Vergleich zum Xetra-Schluss aber noch 22 Punkte abgegeben. Der Nikkei 225 ging knapp behauptet aus dem Handel. Schlechter als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland passten in das eher negativ gestimmte Gesamtbild: Die Konjunkturerwartungen der deutschen ZEW-Finanzexperten haben sich im Juli überraschend deutlich eingetrübt. Der Index fiel von 20,3 Punkten im Vormonat auf 10,4 Zähler, Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 19,8 Punkte gerechnet.

Aktien von Continental gehörten wegen Spekulationen um einen verbesserten Ausblick zu den wenigen Gewinnern und stiegen um 0,47 Prozent auf 107,17 Euro. Händler zufolge kursierten Gerüchte, Continental könnte die Prognosen erhöhen. Diese Gerüchte seien aber recht unkonkret und entsprechend verwundere die deutlich positive Kursreaktion etwas, sagte ein Händler.

BASF-Papiere reduzierten ihre Kursverluste und verloren zuletzt 0,63 Prozent auf 98,59 Euro. Das Tagestief hatte zuvor bei 98,23 Euro gelegen. Der weltgrößte Chemiekonzern prüft nach eigenen Angaben strategische Optionen für Teile der Styrol-Kunststoffe. Es habe auch erste Kaufangebote für Styrol, Polystrol, ABS und SBS gegeben, hieß es.

Die Titel von Arcandor kompensierten ihre starken frühen Verluste teilweise und verloren zuletzt noch 1,07 Prozent auf 23,08 Euro. Am Morgen waren sie noch zeitweise um mehr als fünf Prozent eingebrochen. Ein Börsianer verwies auf die von dem früheren KarstadtQuelle-Konzern vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal, die "gut" ausgefallen seien. Das Zahlenwerk habe Gerüchte um eine Gewinnwarnung bei Arcandor entkräftet, hieß es.

Die Aktien von Fresenius präsentierten sich im MDAX nach positiven Studienergebnissen zu dem Antikörper Removab sehr fest und gewannen 3,19 Prozent auf 61,09 Euro. Analyst Ulrich Huwald von M.M.Warburg begründete den Kursanstieg mit den Studienergebnissen. "Die jetzt vorgelegten positiven Daten haben frühere Untersuchungen bestätigt, wonach Removab bei der Behandlung von Bauchwassersucht wirkt", meinte der Experte. Nun sei der Weg frei für die Einreichung der Zulassungsunterlagen bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA zum Jahresende. Ab 2008 dürfte Removab dem Analysten zufolge Umsätze erwirtschaften.

Papiere von ProSiebenSat.1 fielen nach Nachrichten aus Kreisen über die Streichung von rund 180 Jobs sowie Aussagen zu stagnierenden Werbeeinnahmen um 1,56 Prozent auf 28,94 Euro. Ein Analyst sah den möglichen Sparkurs als problematisch an. Es sei zu erwarten, dass es außer den Einsparungen bei den Stellen auch Einsparungen bei den Programmkosten geben werde. Ein Abbau der Personalkosten reiche schließlich nicht aus, um den Privatsender wieder auf Kurs zu bringen. An der Qualität der Sendungen zu sparen, berge mittelfristig das Risiko, Zuschauer zu verlieren. Damit könnten dann aber auch die Werbeeinnahmen zurückgehen und dies wäre negativ für ProSiebenSat.1.

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