Deutsche Aktienindizes eröffnen schwächer

Frankfurt (dpa) - Negative Impulse der Börsen in Asien und den USA haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch zum Auftakt belastet. Der Leitindex DAX fiel in den ersten Minuten um 0,67 Prozent auf 6.191,39 Punkte, der MDAX verlor 0,55 Prozent auf 8.023,75 Zähler.

Der TecDAX fiel um 0,76 Prozent auf 753,15 Punkte. Händler verwiesen auf die Schwäche der Wall Street, nachdem Sorgen um Lehman Brothers und um eine globale Abschwächung der Wirtschaft die US-Börsen am Vortag auf Talfahrt geschickt hatten. Ein Börsianer sagte: "Möglicherweise schwindet im Tagesverlauf mit den vorgezogenen Zahlen von Lehman die Unsicherheit - zum Start dürfte der Markt aber deutlich fallen".

Am Morgen gehe es nun hin und her, wobei es zahlreiche Medienberichte über den Stand der Gespräche der Korea Development Bank (KDB) mit Lehman gebe. Zuletzt hieß es - wie am Vortag -, dass die Koreaner nicht bei der US-Investmentbank einsteigen. Auch vom Ölpreis sei keine Unterstützung zu erwarten. Nach der Kürzung der Ölfördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) stieg der WTI-Preis wieder etwas an.

Für Aufregung sorgte am Morgen weiterhin die US-Investmentbank Lehman Brothers. Angeblich andauerende Verhandlungen zwischen Lehman und der Korean Development Bank (KDB) über einen Einstieg des südkoreanischen Finanzinstituts hatten die Börsianer auf Trab gehalten. Es sei um den Kauf eines Anteils von mehr als 25 Prozent gegangen, hatte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen ungenannten KDB-Topmanager berichtet.

Mittlerweile hieß es wieder, die Verhandlungen seien abgebrochen worden. Der Stand sei also wieder der vom Vorabend, der Lehman-Aktien in New York hatte um 45 Prozent einbrechen lassen. Die Aktien der Deutsche Bank verloren im DAX 1,67 Prozent auf 60,93 Euro. Commerzbank fielen um 1,64 Prozent auf 17,13 Euro. Hypo Real Estate (HRE) sanken um 1,13 Prozent auf 16,64 Euro.

Titel der Postbank stiegen hingegen mit plus 2,57 Prozent auf 45,80 Euro an die Indexspitze. Hier sorgten weitere Medienberichte über eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung zum Verkauf der Post-Tochter für Kaufinteresse. "Es ist davon auszugehen, dass sie nicht mehr bei der Post bleibt", zitierte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" Post-Aufsichtsratskreise.

Die besten Chancen zum Kauf soll dem Bericht zufolge die Deutsche Bank haben. Der Kaufpreis solle deutlich unter zehn Milliarden Euro liegen. Ein Postsprecher wollte auf Nachfrage keine Stellung zu dem Bericht nehmen. Ein Händler kommentierte: "Das heizt die Spekulationen um die Postbank weiter an". Allerdings sei die Post-Aufsichtsratssitzung am Freitag ein reguläres Treffen und nicht speziell für eine Entscheidung um die Postbank angesetzt. Aktien der Post stiegen um 1,90 Prozent auf 16,055 Euro.

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