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Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann , will dem Umsatzrückgang entgegenwirken.

Deutsche Autobauer planen Offensive in USA

Detroit - Die deutschen Autobauer sehen auf dem Krisenmarkt USA noch kein Ende der Durststrecke, wollen aber angreifen und Marktanteile dazugewinnen.

"Wir gehen in Zeiten der Krise in die Offensive", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Sonntag zum Auftakt der Autoshow in Detroit. Punkten wollten die deutschen Hersteller mit spritsparender und umweltfreundlicher Technologie. Ziel sei, den Marktanteil von derzeit sieben Prozent mittelfristig auf zehn Prozent zu steigern.

Nach den dramatischen Absatzeinbrüchen in den USA 2008 sei die "Durststrecke noch nicht zu Ende", sagte Wissmann. Es gebe aber die Hoffnung, dass es im vierten Quartal 2009 wieder langsam bergauf gehe. Langfristig werde der US-Markt wieder auf einen Wachstumspfad einschwenken. Weltweit bleibe das Jahr 2009 für die Automobilbranche ein "verdammt schwieriges Jahr". Ziel der deutschen Autobauer müsse es sein, aus der Krise gestärkt hervorzugehen. Die Stammbelegschaften sollten so lange wie möglich gehalten werden. Von der Politik forderte Wissmann "Impulse" für den Markt, etwa in Form der neuen Kfz-Steuer.

In den USA war der Gesamtabsatz der deutschen Autobauer im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf rund 890 000 Fahrzeuge gesunken. Der Marktanteil aber stieg um einen Punkt auf annähernd sieben Prozent, weil andere Hersteller wie etwa die US-Autobauer und Toyota weit mehr verloren. Punkten konnten die deutschen Hersteller vor allem mit spritsparenden und kleinen Wagen. So verhinderten bei Daimler und BMW nur die Erfolge von smart und Mini im Jahr 2008 einen noch größeren Absatzeinbruch. VW ist mit dem Jetta gut vertreten und erwägt, den Kleinwagen Polo in den USA auf den Markt zu bringen.

Laut Wissmann war 2008 nahezu jedes dritte deutsche Fahrzeug, das in den USA abgesetzt wurde, dem Kleinwagensegment zuzurechnen. In der Oberklasse hätten die Deutschen ihre starke Position weiter ausgebaut. Vom Anfang 2008 geäußerten VDA-Ziel, in den USA die Ein-Millionen-Marke beim Absatz zu knacken, sind die deutschen Autobauer aber weit entfernt.

Für den gesamten US-Markt rechnet der VDA im laufenden Jahr mit einem erneuten Absatz-Einbruch auf elf bis zwölf Millionen Fahrzeuge. 2008 wurden rund 13,2 Millionen Autos verkauft, nach 16,2 Millionen im Vorjahr. Hoffnungen setzt Wissmann in die Diesel-Technologie, die in den USA bislang nur ein Schattendasein fristet. Dennoch zeigte sich der VDA-Präsident optimistisch, dass der Diesel in den USA in den kommenden Jahren Marktanteile dazugewinnt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche gab sich ungeachtet der jüngsten Absatzeinbrüche auf den weltweiten Automärkten für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch. Die Folgen der Finanzkrise seien in der Branche unterschätzt worden, räumte Zetsche in Detroit ein. Die gesamte Branche habe es hart getroffen. "Momentan haben alle Schmerzen." Die Schwierigkeiten böten aber auch die Chance, Veränderungen anzustoßen. Gefragt seien neue Fahrzeug- und Antriebskonzepte, angefangen von sparsamen Verbrennungs- bis hin zu Elektromotoren.

Europas größter Autobauer Volkswagen erzielte im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend einen Absatzrekord. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr, wie VW in Detroit mitteilte. Der Konzern legte vor allem in Wachstumsmärkten wie China und Brasilien zu.

Auf der "North American International Autoshow" (11. bis 25. Januar) in der US-Autostadt Detroit präsentiert die Branche rund 60 Neuheiten. Der Trend geht zu kleinen und sparsamen Fahrzeugen sowie zu alternativen Antriebstechnologien wie Hybrid und Elektro. Erwartet werden rund 700 000 Besucher - vor fünf Jahren waren es noch mehr als 800 000 gewesen.

dpa

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