Deutsche Autobauer sehen die Zukunft düster

- Los Angeles - Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder erwartet für die Autokonjunktur 2005 keine grundlegende Verbesserung. Auf den wichtigen Märkten werde es 2005 keine signifikante Veränderung geben, sagte Pischetsrieder am Rande der Automesse in Los Angeles. In den USA war der Absatz 2004 um 15 Prozent auf 256 000 Fahrzeuge gesunken. In China musste VW trotz des boomenden Automarktes ein Minus von 6 Prozent hinnehmen.

<P>Mit seiner pessimistischen Prognose liegt Pischetsrieder im Trend: Nach einer KPMG-Umfrage befürchten 22 Prozent der Unternehmen der Branche, dass sich 2005 als schwächstes Geschäftsjahr im Zeitraum 2003 bis 2008 entpuppen wird. Bei der vorangegangenen Umfrage waren es lediglich 8 Prozent der Befragten. Auch für den deutschen Markt seien die Prognosen für die nächsten zwölf Monate wesentlich zurückhaltender als in der jüngeren Vergangenheit. Wachstum wird weltweit lediglich asiatischen Marken vorhergesagt.<BR><BR>Nur noch 23 Prozent der Unternehmen sind zuversichtlich, im Jahr 2006 zur vollen Profitabilität zurückkehren zu können. Während die Aussichten für die nordamerikanischen Marken langsam wieder besser eingeschätzt werden, wird mit einem sinkenden Anteil europäischer Hersteller gerechnet. Jeder vierte Top-Manager erwartet einen entsprechenden Rückgang. <BR><BR>Allerdings bleibt, wie die Verkaufszahlen in den USA erneut belegen, der Markt für deutsche Autos gespalten: BMW, Porsche und Mercedes-Benz haben im vergangenen Jahr so viele Autos in den USA verkauft wie noch nie. Neben VW brach auch bei Audi der Absatz ein. Insgesamt wurden auf dem größten Automarkt der Welt knapp 17 Millionen und damit 1 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen. Während die US-Hersteller mit Ausnahme von Chrysler Federn ließen, waren die Japaner mit Toyota an der Spitze stark. Ebenso die deutschen Premium-Autobauer:<BR><BR> BMW (mit Mini) verkaufte 296 111 Fahrzeuge und übertraf damit den Rekord vom Vorjahr um 7 Prozent. Auch im Dezember erreichte das Unternehmen mit 29 292 abgesetzten Fahrzeugen neue Bestmarken. <BR><BR> Mercedes-Benz steigerte seinen Absatz das elfte Jahr in Folge und fuhr nach eigenen Angaben mit 221 610 Fahrzeugen ebenfalls einen Absatzrekord ein. Im Dezember verkaufte Mercedes-Benz 26 607 Fahrzeuge - rund 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. Es sei der beste Verkaufsmonat in der Geschichte von Mercedes-Benz USA gewesen.<BR><BR> Auch bei Porsche brummte das Geschäft in Nordamerika. Dank der großen Nachfrage nach dem Geländewagen Cayenne verbesserte sich der Absatz im Gesamtjahr um rund 11 Prozent auf 33 289 Fahrzeuge. Allein vom Cayenne wurden 19 134 Exemplare verkauft. Im Dezember setzte das Unternehmen wegen des Modellwechsels beim Boxster allerdings rund zwei Prozent weniger Fahrzeuge ab.<BR><BR> Die Volkswagen of America legte zwar im Dezember massiv um 19,1 Prozent auf 21 469 Autos zu. Im Gesamtjahr verkaufte sie allerdings nur noch 256 111 Autos, minus 15,4 Prozent. Nur der Geländewagen Touareg legte um 68,8 Prozent auf 27 706 Einheiten zu.<BR><BR> Die Audi of America hat im Dezember einen Absatzrückgang von 15,8 Prozent auf 7650 Autos verbucht. Audi hat 2004 im US-Markt nur noch 77 917 Neuwagen untergebracht, minus 9,8 Prozent.</P>

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