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GDL-Streik beendet: Weselsky frohlockt und attackiert Deutsche Bahn - „Jahrelanges Missmanagement“

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GDL-Chef Weselsky konnte im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn bessere Konditionen durchsetzen
GDL-Chef Weselsky konnte im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn bessere Konditionen durchsetzen. © Reiner Zensen/Imago

Nach der Einigung im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn fühlt sich Claus Weselsky als Sieger. Der GDL-Chef bestätigt, dass es bei den Streiks auch um persönliche Interessen ging. 

Berlin - Viele Wochen hielt der GDL-Tarifstreik die Deutsche Bahn und den öffentlichen Nahverkehr auf Trab. Vordergründig ging es bei dem Arbeitskampf um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern. Nach dem Ende des über Monate währenden Konflikts lässt GDL-Chef Claus Weselsky freimütig durchblicken, dass dies nicht das einzige Anliegen des offensiven Auftretens war.

„Die Eisenbahner wüssten jetzt, „dass wir für sie mehr Einkommen als vorher errungen und ihre Betriebsrente verteidigt haben. Das werden sie hoffentlich honorieren mit Beitritt in die GDL“, erklärte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gegenüber der Rheinischen Post. In der Freitagsausgabe betont er, auf neue Mitglieder für die GDL zu hoffen. Derweil haben sich Gewerkschaft und Bahn nach den harten Tarif-Verhandlungen, die für Tausende von Reisenden zur Belastung wurden, geeinigt.

GDL-Streik: „Es geht immer darum, weitere Mitglieder zu bekommen“

Zur Frage, ob der ausgiebige Streik gewerkschaftspolitisch motiviert war, sagt Weselsky: „Als Gewerkschaft muss es immer darum gehen, nicht nur Mitglieder zu haben, sondern auch weitere zu bekommen. Das Tarifeinheitsgesetz wirkt. Und wenn die entscheidende Komponente ist, wer hat mehr Mitglieder, muss es doch erlaubt sein, sich entsprechend zu positionieren.“

Nach drei Streikrunden der GDL sieht sich der Vorsitzende als Sieger: Zu dem ausgehandelten Kompromiss lässt der Gewerkschafter wissen, man habe bewiesen, „dass wir es können“. Zu dem massiven Gegenwind für ihn und seine Vereinigung, die etliche Reisende und die Deutsche Bahn vor Probleme stellte, sagt er: „Ich akzeptiere kein Bashing gegen eine Gewerkschaft, die für ihre Mitglieder Tarifverträge aushandeln will.“ Einen Schaden hätte vielmehr das größte deutsche Zugunternehmen angerichtet.

GDL-Chef Weselsky wirft Deutscher Bahn Missmanagement vor

Weselsky erhebt in dem Interview Vorwürfe, die schwer wiegen: „Wegen eines jahrelangen Missmanagements hat das Unternehmen (Deutsche Bahn, d. Red.) mittlerweile wieder 30 Milliarden Euro Schulden – und keiner beantwortet die Frage, warum wir eigentlich 3500 oberste Führungskräfte haben müssen?“

Ob die Deutsche Bahn* nach dem Ende des Streiks in ruhigere Fahrwasser kommt, ist unklar: Aller Voraussicht nach stehen nun Nachverhandlungen zwischen der Bahn und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an. Der Grund: Der GDL-Kompromiss geht über den Abschluss hinaus, auf den sich diese beiden Parteien im Jahr 2020 verständigten. Diese Entwicklung hatte ein Arbeitsrechtler im Gespräch* vor einiger Zeit bereits vorhergesagt. (PF mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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