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Fährt bald für die DB, vermutlich aber im traditionellen DB-Rot: die Lok 109E von Skoda.

Konkurrenz für Siemens

Deutsche Bahn kauft Züge bei Skoda

München - Die Deutsche Bahn hat die Ausschreibung für die Strecke München-Nürnberg gewonnen – und schockt die etablierten Zughersteller. Für den Betrieb will sie Züge in Tschechien kaufen.

Siemens und Bombardier – mit beiden Konzernen hat die DB viele Probleme. Ob ICE-X oder Regionalzug Talent 2, es gibt Verzögerungen und Pannen bei der Zulassung neuer Züge. Vor diesem Hintergrund lässt eine Mitteilung der Deutschen Bahn von gestern aufhorchen. Die Bahn hat die Ausschreibung der Regionalzugstrecke München-Nürnberg, die teils über Ingolstadt, teils über Treuchtlingen geführt wird, für sich entschieden. Auf beiden Strecken fuhr sie bisher schon. Ab Dezember 2016, so verspricht der Chef von DB Regio Bayern, Norbert Klimt, werde es neue Fahrzeuge mit Komfort und Qualität geben. Dabei will die DB einerseits „besonders komfortable“ Doppelstock-Triebzüge der Generation „TwindexxVario (Do 2010)“ von Bombardier beziehen, andererseits auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf Züge des Konzerns Skoda Transportation in Pilsen zurückgreifen.

Züge von Skoda zu kaufen – das „ist ein Novum“, wie eine Bahnsprecherin gegenüber unserer Zeitung sagte. Der Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben, weil die Bahn erst den Ausgang der Ausschreibung abwarten wollte. Die Unterzeichnung könne jetzt jedoch in einigen Wochen geschehen. Neben Waggons kauft die Bahn auch Lokomotiven des Typs 109E von Skoda. Die Lok ist so neu, dass sie noch nicht einmal eine Zulassung in Deutschland hat. Diese wird aber in Kürze erwartet. Skoda verbindet damit große Hoffnungen: Das tschechische Unternehmen will in Deutschland Fuß fassen. Leicht wird das nicht: Denn die Regionalzugstrecke München-Nürnberg ist, sofern über Ingolstadt gefahren wird, eine Besonderheit. Es handelt sich um eine Neubaustrecke, auf der auch ICE mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h verkehren. Wenn sich Regionalzüge und ICE im Tunnel begegnen, gibt es Unterdruck. Daher müssen auch die Regionalzüge druckdicht sein.

Die DB ist sich offenbar sicher, dass dies auch durch einen tschechischen Hersteller gewährleistet ist. „Die neuen Fahrzeuge bestechen durch ihren hohen Fahr- und Sitzkomfort sowie innovative technische Details“, so Bahnchef Klimt. Die Züge sollen im Bahnwerk München-Pasing gewartet werden. 260 Arbeitsplätze sind damit bis 2028 gesichert.

von Dirk Walter

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