DB: Darum haben Züge künftig öfter Verspätung

Berlin - Bahnchef Rüdiger Grube hat Verspätungen im Bahnverkehr angekündigt. Derzeit sind die Züge so pünktlich, wie noch nie. Doch das soll sich bald ändern. Dafür gibt es auch einen guten Grund.

Die Deutsche Bahn rechnet in nächster Zeit mit mehr Verspätungen. „Wir haben in diesem Jahr besonders viele Baustellen, weil wir viel Geld in unser Schienennetz stecken, rund sechs Milliarden Euro allein 2012“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Was langfristig gut für die Infrastruktur und somit für die Kunden der Bahn ist, hat kurzfristig negative Auswirkungen auf die Pünktlichkeit. Mehr Baustellen bedeuten leider auch mehr Verspätungen.“

Derzeit hat die Bahn gute Pünktlichkeitswerte. Sie lagen nach eigenen Angaben von Januar bis April im Monatsdurchschnitt zwischen 94,3 und 96,5 Prozent. Die Züge seien derzeit „mit einer der höchsten Pünktlichkeiten in der Geschichte der Deutschen Bahn“ unterwegs, sagte Grube. Wie bisher schnitt der Fernverkehr - ICE, Inter- und Eurocitys - deutlich schlechter als der Nahverkehr ab: Er kam in den ersten vier Monaten auf Werte von 80,9 bis 86,4 Prozent.

Für das vergangene Jahr errechnete die Bahn für alle Personenzüge einen Durchschnittswert von 92,9 Prozent nach 91,0 Prozent im Jahr 2010. Im Fernverkehr lag der Durchschnittswert 2011 bei 80,0 Prozent (2010: 72,4), im Nahverkehr bei 93,2 Prozent (2010: 91,5).

Seit September 2011 veröffentlicht die Bahn monatlich die Pünktlichkeitswerte für den Fern- und Nahverkehr. Dabei werden rund 800.000 Fahrten von Personenzügen berücksichtigt, davon 780.000 im Nahverkehr einschließlich aller S-Bahnen und 20 000 im Fernverkehr. Züge, die einen Bahnhof bis zu 5:59 Minuten nach Fahrplan erreichen, gelten nach Bahn-Definition noch als pünktlich.

dpa

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