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Pünktlich um 11.01 Uhr ist am Sonntag der erste reguläre Hochgeschwindigkeitszug am Münchner Hauptbahnhof eingefahren

Neue Verbindung von München nach Berlin

Stockender Turbo-ICE: Das sagen die ersten Fahrgäste

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Mit bis zu 300 Stundenkilometern können Bahnfahrer jetzt von München nach Berlin rasen. Doch zum Start der neuen Turbo-Strecke gab es Pannen. Doch wie empfanden die Fahrgäste die erste Fahrt mit dem ICE?

München – Eine „neue Ära des Bahnreisens“ hat begonnen: Mit diesen Worten hatte die Deutsche Bahn die Eröffnung der neuen ICE-Schnellfahrstrecke zwischen München und Berlin am vergangenen Freitag gepriesen. Leider legte der Turbo-Zug aber einen ziemlichen Stotter-Start hin: Der erste ICE-Sprinter, der am Freitag mit zahlreichen Ehrengsten an Bord in Berlin gestartet war, kam mit zwei Stunden Verspätung in München an. Und der erste Zug in die Gegenrichtung, der Sonntag um 11.56 Uhr pünktlich am Münchner Hauptbahnhof gestartet war, verspätete sich schon wieder erheblich!

Die 623-Kilometer-Turbo-Fahrt soll plan­mäßig jetzt nur noch drei Stunden und 55 Minuten dauern – eine Zeitersparnis von zwei Stunden. Die ICE drehen dabei bis auf 300 Stundenkilometer hoch. Drei ICE-Sprinter verlassen nun täglich den Münchner Hauptbahnhof, um 5.51 Uhr (werktags), um 11.56 und 17.56 Uhr – und enden nach Zwischenstopps in Nürnberg, Erfurt und Halle in Berlin Südkreuz. Auch von Berlin aus starten täglich drei Sprinter in Richtung Süden.

Nach der verspäteten Jungfernfahrt am Freitag (laut Bahn waren „technische Störungen“ schuld) kam der Zug von Berlin nach München am Sonntag pünktlich an – sogar eine Minute zu früh, verkündete die Bahn stolz.

Vor dem ersten Start gen Berlin Sonntagvormittag interviewten wir die ersten erwartungsfrohen Bahngäste (siehe Umfrage unten). Doch sie mussten einiges aushalten: Schon wieder technische ­Störung, hieß es plötzlich unterwegs – die Neubaustrecke ­könne nicht befahren werden.

Immerhin konnten Passagiere (warmen) Sekt genießen. Auf der ersten Pannen-Fahrt ­hatte DB-Vorstand Berthold Huber laut dem ­Online-Portal „Bahnblogstelle“ sogar Glühwein im Zug verteilt.

Außerhalb des Münchner Hauptbahnhofes versammelten sich übrigens Gegner der dritten Startbahn am Flughafen mit Plakaten. „Der ICE fährt schneller und sauberer nach Berlin“, war darauf zu lesen. Die Gruppe warb dafür, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen.

Das sagen die ersten Fahrgäste

„Wir sind von Erfurt aus extra nach München gefahren, um den Sprinter zu erleben. Am Abend geht es wieder zurück. Wir kennen uns aus im Bauwesen, Bekannte von uns haben an der Strecke mitgearbeitet. Für uns ist das sehr interessant. Leider waren es bei der Fahrt keine 300 Stundenkilometer, sondern nur 230. Trotzdem hat es uns gefallen.“ Sabiene & Roman Burchard beide 66, aus Erfurt beide 66, aus Erfurt

„Ich war privat in München, es hat sich zufällig ergeben, dass ich jetzt mit dem schnellen Zug zurück nach Berlin fahre. Wenn wir nicht wieder stehen bleiben wie bei der ersten Fahrt, ist alles gut. Die Zeitersparnis ist auf jeden Fall top. Da kann man auch öfter zu Tagesausflügen weiter weg fahren, was sich bisher leider nicht gelohnt hat.“ Michael Picke 34, aus Berlin

Michael Picke

„Ich muss öfter nach Berlin und freue mich über den Sprinter. Bisher bin ich oft geflogen. Wenn es mit dem Zug aber jetzt so schnell geht, ist das für mich schon ein Grund, auf die Bahn umzusteigen. Am Flughafen braucht man ja auch eine gewisse Zeit. Ein weiterer Vorteil der Bahn ist, dass man in München und Berlin gleich mitten in der Stadt ist.“ Florian Stadler 48, aus München



„Wir warten schon seit 25 Jahren darauf, dass die schnelle Verbindung kommt. Wenn wir bisher von Erfurt nach München mussten, sind wir meist mit dem Auto gefahren. Aber in 2 Stunden und 13 Minuten schafft man die Strecke mit dem Auto nicht, das dauert länger. Wenn der Zug schneller ist, werden wir das auf jeden Fall nutzen.“ Simone & Göran Giegler 48 und 47, aus Erfurt


„Ich komme von Lindau und hatte in München einen Zwischenhalt. Von dort aus hätte ich sowieso weiter nach Berlin fahren müssen. Dass ich jetzt in den Sprinter steige, ist Zufall. Aber ich freue mich natürlich, dass es so schnell geht. Es ist schon etwas besonderes, bei einer der ersten Fahrten dabei zu sein. Ich bin schon gespannt, wie es läuft.“ Iris Kuhnberger 48, aus Berlin 

Iris Kuhnberger

Claudia Schuri und Astrid Schmidhuber

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