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Warum wegen der Deutschen Bahn Nudeln teurer werden könnten

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Von: Lisa Mayerhofer

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Soll via Tunnel zwischen Fürth und Nürnberg irgendwann unter der Erde fahren: Güterzug.
Die Schienen-Infrastruktur in Deutschland ist offenbar überlastet – im Güterverkehr wurden mehreren Kunden Transportmengen gekürzt oder gestrichen. (Archivbild) © Arnulf Hettrich/Imago

Die Schienen-Infrastruktur in Deutschland ist offenbar überlastet – im Güterverkehr wurden mehreren Kunden Transportmengen gekürzt oder gestrichen. Das könnte auch Konsequenzen für Verbraucher haben.

Mannheim – Die Deutsche Bahn (DB) hat es diesen Monat häufig in die Schlagzeilen geschafft – vor allem wegen des Neun-Euro-Tickets und ausgefallener oder überfüllter Züge im Personenverkehr. Dabei geraten die Probleme im Güterverkehr aus dem Blick – obwohl auch diese für die Verbraucher Konsequenzen haben können.

Transportausfall im Zugverkehr trifft Mühlen-Gruppe – und Nudelhersteller

Denn diese können laut einem Bericht der Welt ein Grund dafür sein, dass Nudeln in Deutschland teurer werden. Demzufolge hat die DB Cargo die Zusammenarbeit mit der Mühlen-Gruppe Goodmills in Mannheim aufgekündigt. „Mit größtem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir aufgrund der aktuellen produktionellen Lage keine weiteren Getreideverkehre mehr für Sie übernehmen können, weder als Sonderzug noch im Rahmen der Einzelwagenverkehre“, steht in der Mail von DB Cargo an das Unternehmen, die der Welt vorliegt.

Nun lagern 5000 bereits kontraktierte Tonnen Hartweizen in Frankreich, die dringend abgeholt werden müssen. Goodmills bemüht sich nun um LKWs und Kanalschiffe – aber diese können nicht so viel Tonnen transportieren wie ein Güterzug. Zum Vergleich: Ein Zug kann zwischen 1500 und 1800 Tonnen Hartweizen pro Fahrt mitnehmen, ein Kanalschiff jedoch nur 700 - und ein LKW schafft gerade mal 25 Tonnen.

„Der Transport wird damit deutlich teurer“, sagt Markus Schüler, Geschäftsleiter der Region Süd von Goodmills Deutschland, gegenüber der Zeitung. Diese Kosten müssten sie an ihre Kunden weiter geben – und das sind alle großen Nudelhersteller in Deutschland. Und diese werden die Kosten wohl wiederum an die Verbraucher weiterreichen und höhere Preise für Nudeln verlangen.

DB Cargo: Transportausfall bei mehreren Kunden - „Uns ärgert das am meisten“

Die DB Cargo selbst muss für den Ausfall aber nicht aufkommen – das schließen die allgemeinen Geschäftsbedingungen aus. Das Unternehmen der Deutschen Bahn sagte gegenüber der Welt, dass bei mehreren Kunden Transportmengen gekürzt oder gestrichen wurden.

„Der Vertrieb versucht derzeit, individuelle Lösungen zu finden“, sagt ein Sprecher der DB Cargo der Zeitung. „Uns ärgert das am meisten. Denn wir wollen ja auch Geld verdienen.“ Der Vorfall zeigt auch, wie überlastet die Schienen-Infrastruktur in Deutschland ist. Investition wären vonnöten. Laut der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG sei aber gerade beim Schienengüterverkehr im Bundeshaushalt 2022 massiv gekürzt worden. Das sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Martin Burkert am Rande der Aufsichtsratssitzung von DB Cargo.

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