Gute Neuigkeiten gelten nicht überall

Bahnfahren 2020 günstiger? Von wegen - beliebtes Ticket ist teurer geworden

  • schließen

Bahnfahrer können sich 2020 über günstigere Preise freuen. Aber nicht überall: Ein beliebtes Ticket ist im Preis gestiegen. Und auch eine andere Fußangel musste beachtet werden.

  • Zum 1. Januar 2020 werden Bahn-Tickets günstiger - aber nur im Fernverkehr.
  • Auf kurzen Strecken und im Regionalverkehr gibt es für Kunden hingegen Ärgernisse.
  • Auch wer Fahrkarten für das neue Jahr bucht, musste eine Fußangel beachten.

München/Berlin - Eigentlich sollten der Fahrplan- und der Jahreswechsel vor allem gute Nachrichten für die Kunden der Deutschen Bahn bringen: Die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrsfahrscheine sinkt zum 1. Januar, auch einige neue Züge finden sich im Angebot. Und auf Fahrpreiserhöhungen hatte die Bahn im Fernverkehr verzichtet. 

Deutsche Bahn: Ticketpreise im Fernverkehr sinken - doch Bayern-Ticket ist teurer geworden

Allerdings hat die lautstark verbreitete frohe Kunde einen kleinen Haken: Sowohl die neue Mehrwertsteuer-Regel als auch der Verzicht auf Preiserhöhungen gilt eben nur im Fernverkehr. In Regionalzügen sieht die Sache anders aus.

Ein beliebtes Ticket in Bayern ist sogar recht spürbar teurer geworden - das Bayern-Ticket. Überrascht hat das am Silvestertag auch einen tz.de*-Leser. „Keiner hat bisher bemerkt, dass das Bayern-Ticket auch wesentlich teurer geworden ist“, schrieb er in einer Mail an unsere Online-Redaktion. Gleiches gelte für die normalen Fahrscheine etwa auf der von ihm häufig genutzten Strecke München-Aichach.

Deutsche Bahn: Günstigere Preise lautstark beworben, aber auf Kurzstrecken sieht es anders aus

Genau das ist Fakt: Das Bayern-Ticket ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 teurer geworden. Statt bisher 25 Euro plus 7 Euro je Mitfahrer kostet es nun 26 Euro plus 8 Euro je Mitfahrer. Für eine Fünfer-Gruppe schlagen also 5 Euro zusätzlich zu Buche. Nicht die einzige Neuerung, auf die Bayern-Ticket-Fahrer achten müssen.

Und auch bei Einzeltickets wurde oftmals nachgelegt. Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen ist Bus- und Bahnfahren im Nahverkehr in diesem Jahr im Schnitt 1,75 Prozent teurer geworden. Entgangen ist das einigen Fahrgästen womöglich, eben weil die Preissenkungen im Fernverkehr offensiv angekündigt worden waren. Die Erhöhung auf Kurzstrecken geschah vergleichsweise still und heimlich.

Deutsche Bahn und Co.: Preise im Nahverkehr oft gestiegen - Verkehrsminister fordert Nachbesserung

In der Politik hingegen ist der Umstand schon angekommen. Nach der Fahrpreissenkung im Fernverkehr der Bahn hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) schon vor Weihnachten auch für Nahverkehrskunden attraktivere Preise gefordert. Der Bund habe seine Mittel für den Regionalverkehr auf Rekordniveau erhöht, sagte Scheuer am Freitag in Berlin. „Da mutet es schon ein bisschen verwunderlich an, dass dann die Preise gering, aber um 1,8 Prozent steigen. Da sind wir mit den Bundesländern im Kontakt, dass wir das noch mal anschauen, noch mal abfedern.“

Scheuer verwies auf Bundesgeld, das Länder und Gemeinden als sogenannte Regionalisierungsmittel und über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erhielten. „Wenn der Bund anschiebt, was die GVFG-Mittel angeht und die Regionalisierungsmittel, dann müssen wir aber auch über die Attraktivität im Nahverkehr reden, was die Preispolitik betrifft.“

Bahn-Preise im Jahr 2020: Erst ab Neujahr können günstigere Tickets online gekauft werden

Auch eine andere kleine Falle mussten Bahnkunden zuletzt vermeiden: Zwar sinken die Fahrpreise aufgrund der Mehrwertsteuersenkung ab dem 1. Januar. Doch wer noch vor Silvester sein Ticket fürs neue Jahr kaufte, musste den alten, höheren Preis berappen. Erst ab fünf Uhr morgens an Neujahr gelten die neuen, steuerermäßigten Tarife.

Auch der MVV in München hat im Dezember eine riesige Tarifreform hinter sich gebracht. Die beinhaltete viele positive Neuerungen - brachte aber auch einige heftige Probleme mit sich. Was sich sonst noch zum Jahreswechsel ändert, erfahren Sie in diesem Artikel bei Merkur.de*.

fn/dpa

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Armin Weigel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tesla an der Börse erstmals mehr wert als Volkswagen
Die Schwelle ist zunächst einmal nur symbolischer Natur: Der Börsenwert des US-Elektroautobauers Tesla überschritt die Marke von 100 Milliarden Dollar. Damit zieht die …
Tesla an der Börse erstmals mehr wert als Volkswagen
„Fassungslosigkeit“ bei Angestellten: Danone schließt Werk in Rosenheim - Gewerkschaft mit massiver Kritik
Das Danone-Werk in Rosenheim soll im Juli 2021 geschlossen werden. Betroffen sind 160 Mitarbeiter. Eine Gewerkschaft kritisiert den geplanten Schritt nun massiv.
„Fassungslosigkeit“ bei Angestellten: Danone schließt Werk in Rosenheim - Gewerkschaft mit massiver Kritik
Dax schließt im Minus - Sorgen um Folgen von Coronavirus
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag weiter in die Defensive gegangen. Der Dax knüpfte mit einem Abschlag von 0,94 Prozent auf …
Dax schließt im Minus - Sorgen um Folgen von Coronavirus
Pillen werden knapp - Ärzte fordern internationale Lösung
Oft kommen Pillen und Impfstoffe aus Ländern wie China und Indien - wenn sie überhaupt kommen. Lieferengpässe machen Ärzten und Apothekern zunehmend Sorgen. Und manche …
Pillen werden knapp - Ärzte fordern internationale Lösung

Kommentare