Deutsche Bahn vor Streiks und Rekordjahr

- Berlin -­ Unmittelbar vor dem ergebnislos vertagten Koalitionstreffen zur Privatisierung der Deutschen Bahn hat die Bahngewerkschaft Transnet mit einem flächendeckenden Streik gedroht. Darauf müssten sich die Bahnkunden ab Mitte November einstellen, wenn die Bahn im Zuge der Privatisierungsentscheidungen nicht die Beschäftigungsgarantie bekräftige, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen der "Berliner Zeitung".

"Dann geht es richtig zur Sache, dann werden wir nicht mehr nur punktuell die Arbeit niederlegen, sondern dann stehen die Züge in ganz Deutschland still."

Unterdessen hat die Deutsche Bahn ihre Geschäftszahlen nochmals verbessert. Der operative Gewinn (Ebit) des Konzerns lag nach den ersten neun Monaten des Jahres bei 1,5 Milliarden Euro. Damit sei der Wert des Gesamtjahres 2005 bereits übertroffen worden, berichtete das bundeseigene Verkehrs- und Logistikunternehmen am Donnerstag in Berlin. Von Juli bis September erzielte die Bahn ein operatives Plus von rund 600 Millionen Euro. Weitere Kennziffern zum Ertrag gab die Deutsche Bahn AG (Berlin) nicht bekannt. Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn sprach von einer "anhaltend erfreulichen Entwicklung". Weil das vierte Quartal bei der Bahn üblicherweise das stärkste sei, werde 2006 "damit das beste Jahr in der Geschichte der Deutschen Bahn sein", sagte er.

Der Bahnkonzern erhöhte den Umsatz von Januar bis September um 3,5 Milliarden auf 22 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent. Ohne Berücksichtigung des neu erworbenen US-Logistikunternehmens Bax Global betrage die Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 7,9 Prozent. Im dritten Quartal erlöste die Bahn etwa 7,5 Milliarden Euro.´

Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr habe die Bahn zulegen können. In den ersten neun Monaten des Jahres seien 55,8 Milliarden Personenkilometer erzielt worden, 4 Prozent mehr als in der gleichen Periode 2005. Diese Maßeinheit steht für die Beförderung eines Fahrgastes über eine Distanz von einem Kilometer. Im Schienengüterverkehr habe sich die Leistung um 11 Prozent auf 72,1 Milliarden Tonnenkilometer erhöht.

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